Der Tatsachenphantast

Katrin Hillgruber

Von Katrin Hillgruber

Sa, 24. Dezember 2011

Literatur

Der Rundfunkjournalist und Literaturkritiker Wilfried F. Schoeller erkundet das Jahrhundertgenie Alfred Döblin.

Auf Bertolt Brechts Vorschlag, er als Nervenarzt könne im kalifornischen Exil doch als "healer" arbeiten, antwortete Alfred Döblin im Oktober 1941: "Ich kann nich ’nen Mann in Hypnose ersuchen, er soll mir ’n Wort sagen, das mir für ihn fehlt". Als Drehbuchautor für Metro-Goldwyn-Meyer verdiente der ewige Thomas-Mann-Antipode nicht genug, da er sich mit dem Englischen schwertat und auch nicht auf Bestellung schreiben konnte, wie sich sein Sohn Klaus (Claude) erinnerte. Brecht stellte erfreut fest, dass Döblin seinen Berliner Humor nicht verloren habe. Einen Monat später ließ sich der Spross einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Stettin mit seiner bestimmenden Frau Erna und Stefan, dem jüngsten seiner fünf Söhne (darunter der uneheliche Bodo), heimlich katholisch taufen.

"Der Schritt zum Christentum wurde ihm von wechselndem Publikum niemals verziehen", schreibt Wilfried F. Schoeller: "Die Vorbehalte sind bis heute nicht geschwunden, sie haben eine eigene Tradition der Ablehnung gegenüber dem Spätwerk begründet, und die zwei ...

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