"Das Ende des Heideggerianertums"

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Fr, 23. Januar 2015

Literatur & Vorträge

BZ-INTERVIEW mit dem Freiburger Philosophen Günter Figal über seinen Rückzug aus der Martin-Heidegger-Gesellschaft.

Der in Freiburg lehrende Philosoph Günter Figal hat nach elf Jahren überraschend den Vorsitz der in Messkirch beheimateten Martin-Heidegger-Gesellschaft niedergelegt (BZ vom 16.1.). Maßgeblich für seinen Schritt ist der offene Antisemitismus, den der Seinsphilosoph in den im vergangenen März erschienenen Schwarzen Heften bekundet. Bettina Schulte wollte von ihm Näheres zu seinem Rücktritt wissen.

BZ: Herr Figal, fast zehn Monate sind seit dem Erscheinen der Schwarzen Hefte vergangen. Warum haben Sie sich mit Ihrer Entscheidung so lange Zeit gelassen? Hatte das bis heute anhaltende gewaltige Medienecho Einfluss auf Ihren Schritt?
Figal: Das sicher nicht. Wer sich wie ich seit langem mit Heidegger beschäftigt, brauchte nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie die Öffentlichkeit reagieren würde. Dass ich eine Weile gebraucht habe, um meine Entscheidung zu fällen: Ich neige dazu, die Dinge reifen zu lassen. Ein Gemenge von Überlegungen hat mich begleitet seit März, als ich die Texte zum ersten Mal im Zusammenhang lesen konnte wie wir alle ...
BZ: ... Sie hatten nicht früher Einblick?
Figal: Seit 2013 wusste ich, dass diese Texte Passagen enthalten, die problematisch sind. Aber man kann solche Dinge erst beurteilen, wenn man sie im Zusammenhang liest.

BZ: Und Sie waren sehr überrascht?
Figal: Überrascht, entsetzt, schockiert. Ich habe trotz Heideggers großer Sympathie für den Nationalsozialismus nicht gedacht, dass er vorsätzlich und mit Überzeugung antisemitische Äußerungen tut, noch dazu ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ