Unfallfolge

LKW-Bergung auf der B31 bei Neustadt dauert ganzen Tag

Susanne Gilg, Tanja Bury

Von Susanne Gilg & Tanja Bury

Di, 06. Oktober 2020 um 17:38 Uhr

Titisee-Neustadt

Gegen 9 Uhr passierte der Unfall – erst nach 19 Uhr waren alle Folgen beseitigt: Ein umgekippter Lastwagen auf der B 31 hat einen ganzen Tag lang den Verkehrsfluss im Hochschwarzwald behindert.

Wenn auf der B 31 ein größerer Unfall passiert, hat das meist Auswirkungen auf den ganzen Hochschwarzwald. Nachdem am Montagmorgen gegen 9 Uhr vermutlich aus Unachtsamkeit der Fahrer mit seinem Lastwagen nach rechts in den Grünstreifen auf Höhe der Abzweigung von der B 317 auf die B 31 geraten war, begann eine Bergungsaktion, die den ganzen Tag dauerte.

Wie Michael Schorr von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Freiburg auf BZ-Anfrage berichtet, mussten die schweren Drahtrollen, die der Sattelzug geladen hatte, händisch auf einen anderen Lastwagen umgeladen werden, damit der Pannen-Lkw später aufgerichtet und abgeschleppt werden konnte. "Insgesamt waren das 25 Tonnen Draht", so Schorr.

Um 11.39 Uhr sei die Unfallaufnahme durch die Polizei abgeschlossen gewesen, von diesem Zeitpunkt an sei es nur noch um die Bergung gegangen. Diese habe sich durch das Umladen der Drahtrollen, durch auslaufendes Öl und das Aufstellen und Abtransportieren des Lastwagens in die Länge gezogen.

Um 15.20 Uhr sei die Bundesstraße komplett gesperrt gewesen, damit das Abschleppunternehmen den Lastwagen aufrichten konnte. Der Fahrer des Lastwagens, der kein Deutsch gesprochen habe, sei vorsorglich in die Klinik gefahren, nach kurzer Zeit aber wieder zurück zur Unfallstelle gebracht worden. Ein Alkoholtest sei negativ ausgefallen.

Die Schadenshöhe konnte die Polizei noch nicht beziffern, sie dürfte sich aber in einem hohen mehrstelligen Bereich bewegen. Am Nachmittag habe es auf Höhe der Testo-Gebäude einen Auffahrunfall gegeben, an dem auch ein Lastwagen beteiligt gewesen sei, berichtet Schorr. "Solche Auffahrunfälle passieren meistens als Folge eines Rückstaus", fügt er hinzu.

Auch umliegende Orte spüren Sperrungen

Nicht nur auf den Verkehrsfluss in der Region, sondern auch auf die gesamte Infrastruktur, etwa den Dienstbetrieb von Polizei, Straßenmeisterei, Feuerwehr oder die Umleitungsstrecken in Neustadt hat ein Unfall wie dieser erhebliche Auswirkungen. "Sobald irgendwo ein Unfall oder eine Sperrung ist, haben auch wir hier ein wahnsinniges Verkehrsaufkommen", berichtet etwa Roland Berr, Ortsvorsteher des Lenzkircher Ortsteils Kappel. Michael Schorr, der lange im Führungs- und Lagezentrum beim Polizeipräsidium Freiburg gearbeitet hat, weiß aus dieser Zeit: "Immer, wenn ein größerer Unfall im Höllental war, haben viele verärgerte Verkehrsteilnehmer auf der 110 angerufen und sind am Telefon oft sehr unverschämt geworden." Trotz aller Widrigkeiten habe am Montag alles gut ineinandergegriffen, so Schorr. Passiere ein solcher Unfall wie am Montag, binde das nahezu alle Kräfte des örtlichen Polizeireviers. "In dem Fall waren sechs Streifen damit beschäftigt, sich um die Umleitungsstrecken zu kümmern."

Umleitungsstrecke hängt von Klassifizierung der Straße ab

Bei einem Treffen mit der Verkehrsbehörde im Mai sei auch das Thema Umleitung durch Neustadt ein großes Thema gewesen, sagt Titisee-Neustadts Bürgermeisterin Meike Folkerts. Die derzeitige Umleitungsstrecke hänge von der Klassifizierung der Straße ab. Aktuell sei die Hauptstraße eine Landesstraße, die Gutachstraße und die Anbindungsstrecken sind Gemeinschaftsstraßen. Die Stadt plane, die Klassifizierungen zu ändern. "Momentan ist dies jedoch noch nicht möglich, da aktuell noch eine zehnjährige Bindungsfrist für die Unterstadt Anbindung läuft." Die Verkehrsbehörde habe der Stadt empfohlen, den Probelauf abzuwarten und zeitgleich mit dem Regierungspräsidium die Klassifizierung zu besprechen.

Umgeleitet wurde der Verkehr am Montag über die Titiseestraße, sodass die Verkehrsteilnehmer bei der Anschlussstelle Neustadt-Mitte wieder auf die B 31 fahren konnten. Die Anschlussstelle Neustadt-Ost, die sonst bei Umleitungen über die Unterstadtanbindung erreichbar wäre, ist derzeit gesperrt, weil die Kreisstraße im Abschnitt zwischen dem Abzweig der Landesstraße Richtung Kappel und der Bundesstraße saniert wird.