HINTERGRUND

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mo, 25. März 2019

Lörrach

Wochen gegen Rassismus in Lörrach

"Lörrach für Vielfalt und Menschenwürde" lautete das Motto, mit dem sich die Stadt erstmals mit einem eigenen Programm an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligt hat. Vielfalt war durchaus zu erleben in diesen zwei Wochen. Insgesamt 26 Gruppen und Einrichtungen haben zu dem Programm beigetragen und gezeigt, wie viel für ein menschenwürdiges Miteinander und gegen rassistische Tendenzen in der Stadt und der Region geleistet wird. Besonders schön waren interkulturelle Veranstaltungen wie die Tanz-Performance am vergangenen Dienstag, aber auch das Fest der Kulturen an der Albert-Schweitzer-Schule, wo Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Herkunftsmilieus zusammen lernen. Über den Tellerrand gekocht wird in Lörrach jeden Monat. Nach der Initialzündung durch "Kitchen On The Run" im Sommer 2017 hat der Freundeskreis Asyl das interkulturelle Kochen fortgeführt, im Bewusstsein, dass man beim gemeinsamen Kochen und Essen einen wohlschmeckenden Zugang zu anderen Kulturen findet. Besonders beeindruckend war am Donnerstag der von der Flüchtlingshilfe Kandern veranstaltete Abend mit Musik und Geschichten von Flucht und Ankommen im Nellie Nashorn. Die selbst verfassten Texte der jungen Syrerin Bayan Alhoussien gingen unter die Haut. Darin sprach sie von neun Jahren Krieg und zerstörter Zukunft und träumte davon, in ihrem eigenen Zimmer aufzuwachen, von der Mutter zum Frühstück gerufen und von den Freundinnen zur Schule abgeholt zu werden. Doch das eigene Zimmer gibt es nicht mehr, die Schule ist weggebombt, die Freundinnen tot und die Familie verstreut. Zwei bemerkenswerte Wochen, die keine einmalige Aktion bleiben sollten.