Corona-Krise

Lörracher Arbeitsagentur sieht Zeichen einer kleinen Erholung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 02. Juli 2020 um 06:01 Uhr

Kreis Lörrach

Im Agenturbezirk gibt es erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise mehr als 10.000 Arbeitslose. Der Leiter der Lörracher Agentur für Arbeit blickt aber optimistisch in die Zukunft.

Im Arbeitsagenturbezirk Lörrach, der die Landkreise Lörrach und Waldshut umfasst, waren im Juni 10.299 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 436 mehr als im Mai und 3296 mehr als im Juni 2019. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent und damit über der Arbeitslosenquote des Landes Baden-Württemberg (4,4 Prozent), teilte die Agentur für Arbeit Lörrach mit.

"Erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise haben wir die 10.000er Marke überschritten. Die Talfahrt geht weiter, wenngleich mit abnehmender Geschwindigkeit. Die Kurve steigt nicht mehr so steil, eine kleine Erholung ist spürbar", schreibt Horst Eckert, Leiter der Lörracher Agentur. Er blickt optimistisch in die Zukunft: "Ich gehe davon aus, dass wir über den Sommer noch eine Durststrecke zu bewältigen haben, es aber ab September langsam wieder bergauf geht." Der hiesige Arbeitsmarkt hat seine Robustheit schon öfter bewiesen. Das bewährte Instrument Kurzarbeit werde das Schlimmste abhalten können. Wichtig sei nun, das Thema Ausbildung nicht aus dem Fokus zu verlieren.

Noch 1323 unbesetzte Lehrstellen

In nahezu allen Branchen würden auch jetzt motivierte, junge Menschen gesucht. Für den Ausbildungsstart im September sind noch 1323 unbesetzte Lehrstellen gemeldet. Die Berufsberatung, Telefon 07621/178-888, helfe Ausbildungssuchenden dabei, ihre Interessen und Stärken zu entdecken. An Unternehmen appelliert Eckert, auch in Zeiten von wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin auszubilden. "Eigene Ausbildung ist und bleibt die wichtigste Möglichkeit für Betriebe, ihren Fachkräftebedarf zu decken." Der Gesetzgeber belohne diese Weitsicht und hat mit der Ausbildungs- und Übernahmeprämie einen Anreiz geschaffen.

Seit März 2020 haben im Agenturbezirk 4350 Betriebe für 51 781 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 13 Firmen für 308 Beschäftigte. Der größte Anteil an allen Anzeigen entfällt auf Handel/Verkauf und Gastronomie. Gemessen am Anteil der Beschäftigten ist das verarbeitende Gewerbe am stärksten betroffen.

Noch keine validen Daten für Juni

Im Monat Mai waren die Arbeitsagenturen in Baden-Württemberg am stärksten von Kurzarbeit betroffen. Für Juni liegen noch keine validen Daten vor. Die Anzeigen sagen noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme aus. Dies ist möglich, wenn die Arbeitgeber die Anträge auf Abrechnungen vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.