Täter weiter auf der Flucht

Lörracher Banküberfall: Polizei war schnell vor Ort, trifft Täter aber nicht mehr an

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mi, 20. Oktober 2021 um 16:31 Uhr

Lörrach

Es ging schnell beim Überfall auf die Lörracher Sparkasse. Obwohl die Polizei direkt alarmiert wird und schnell vor Ort ist, trifft sie den Verdächtigen nicht mehr an. Dieser flüchtet mit einem "hohen Geldbetrag".

Die Kriminalpolizei ermittelt "auf Hochtouren" im Fall des Lörracher Sparkassenüberfalls. Der Verdächtige, der am Dienstag einen Mitarbeiter des Sparkasse mit einer Pistole bedrohte, ist weiterhin auf die Flucht. "Alle offenen Fahndungsmaßnahmen sind eingestellt", sagt Polizeisprecher Mathias Albicker am Mittwochvormittag auf Anfrage der Badischen Zeitung. Das bedeutet, dass die Beamten nicht mehr Hubschrauber und Spürhunde bei der Suche einsetzen. Damit war am Dienstag nach dem Mann im Großraum Lörrach gesucht worden.

Der Täter habe eine "hohe Bargeldsumme" erbeutet, aus ermittlungstaktischen Gründen und wegen möglicher Trittbrettfahrer nennt die Polizei aber keine genaue Summe. Die Arbeit der Kripo konzentriert sich damit nun auf die Auswertung der Spuren und weitere Befragungen von Zeugen.

Aufgrund der ersten Schilderungen von Zeugen veröffentlichte die Polizei am Dienstagabend eine Beschreibung des Verdächtigen. Es seien auch weitere Hinweise von Zeugen eingegangen, sagt Albicker.
Beschreibung

Der Mann soll demnach zwischen 20 und 30 Jahre alt sein, 1,65 bis 1,75 Meter groß sein. Er trug eine dunkle Daunenjacke, eine dunkle Mütze, eine blaue Jeanshose, weiße Turnschuhe, zudem trug er eine OP-Maske. Er hatte einen schwarzen Turnbeutel mit weißem Emblem (Marke Nike) dabei. Zeugen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter Telefon 0761-8822880 in Verbindung zu setzen.

Die Hauptstelle der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden wurde am Dienstagvormittag überfallen. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand bedrohte ein Mann einen Bankmitarbeiter mit einer Pistole und forderte Geld. Danach sei er zu Fuß geflohen. Nähere Erkenntnisse zur Schusswaffe würden nicht vorliegen, so Mathias Albicker.

Erste Streife trifft nur wenige Minuten nach Alarmierung ein

Die Polizei ist laut Albicker um 10.52 Uhr alarmiert worden. Eine Alarmmeldeanlage löste Überfallalarm aus. Kurz danach sei ein Anruf aus der Bank eingegangen. Klar ist nun, dass der Überfall sehr schnell ging. Albicker teilt mit, dass die erste Streife nur wenige Minuten später vor Ort gewesen sei. "Der Tatverdächtige war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Bank."

Inzwischen steht fest, in welche Richtung der Täter zunächst flüchtete. Laut Albicker lief er über die Haagener Straße in Richtung Luisenstraße. "Danach verliert sich die Spur." Die Polizei werde Schreiben an die Anwohner verteilen.

Sparkasse: Mitarbeiter hat besonnen reagiert

Zum Tatzeitpunkt haben sich laut der Polizei keine Kunden in der Bank befunden, nur Mitarbeitende. Die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden lobte am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung das Verhalten des bedrohten Angestellten: "Unser Mitarbeiter hat besonnen und richtig gehandelt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden." Die betroffenen Mitarbeiter im Kassenbereich "stehen unter Schock". Laut Polizei wurde bei dem Überfall aber niemand verletzt. Die Sparkasse wurde für den restlichen Tag geschlossen, hatte am Mittwoch aber wieder geöffnet.