Regionalwettbewerb

Lörracher sind bei Jugend forscht in Freiburg erfolgreich

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Fr, 07. Februar 2020 um 18:25 Uhr

Lörrach

Die Jugendforscher des Lörracher phaenovum stellen bei Jugend forscht in Freiburg sieben Regionalsieger. Eine weitere Erkenntnis: Der Mädchenanteil steigt.

"Schaffst du!" lautet in diesem Jahr das Motto der Schülerforschungswettbewerbe "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren". 178 Jungforscherinnen und -forscher zwischen neun und 21 Jahren präsentierten am Donnerstag und Freitag die Ergebnisse von 90 Projekten beim Regionalwettbewerb Südbaden in der SICK-Arena Freiburg. Mit sieben ersten Plätzen besonders erfolgreich waren wieder die Jugendlichen des phaenovum Lörrach.

Verteilt auf die sieben Themenbereiche "Arbeitswelt", "Biologie", "Chemie", "Geo- und Raumwissenschaften", "Mathematik / Informatik", "Physik" und "Technik" erstrecken sich die Stände in der riesigen Halle der SICK-Arena. Auf den Tischen stehen in der Physik teils hochpräzise Messinstrumente, in der Arbeitswelt warten kleine Roboter, in der Biologie grünt und blüht es. Auf Postern sind die wichtigsten Forschungsergebnisse zusammengefasst. Gespannt, freudig und nervös warten die Kinder und Jugendlichen darauf, ihre Forschungen den Juryteams zu präsentieren. Mit gleich 15 Projekten konnten die Lörracher Jungforscher die Jury überzeugen, sieben davon landeten sogar auf dem ersten Platz .



Eines der vielen Forschungszentren, das auch in diesem Jahr wieder äußerst erfolgreich vertreten war, ist das Lörracher phaenovum. Mit gleich 16 Projekten war das phaenovum angetreten, von denen am Ende ganze 15 eine Platzierung erhalten sollten. Darunter finden sich Maja Spanke (13 Jahre), Hanna Otto (13) und Jule Knauer (13), die Mikroplastik in Küchenutensilien erforschten und mit ihrer Arbeit "Mikroplastik? - Guten Appetit!" den ersten Platz in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften gewannen. Die drei Freundinnen hatten im vergangenen Sommer zusammen gekocht. "Dabei haben wir festgestellt, dass wir ganz viele Plastikutensilien benutzen", erklärt Jule Knauer. Ein halbes Jahr lang erforschten sie den Abrieb von Mikroplastik in Salzstreuern, Plastiktellern und Schneidebrettchen. So stellten sie fest, dass sich im gemahlenen Salz auch kleine Plastikteile des Mahlwerks befinden. Deutlich war der Abrieb aber auch bei Schneidebrettchen und vielen weiteren Küchenutensilien aus Plastik. "Das macht man sich alles in Essen", sagt Hanna Otto.

Sie haben Spaß am Forschen

Auf den ersten Blick etwas weniger alltagsnah ging es bei Carl Gadde (16) und Adam Muderris (15) zu. Die Schüler des Hans-Thoma-Gymnasiums untersuchten das Phänomen eines Reibungsoszillators. "Das Besondere ist, dass, während Reibung normalerweise abbremsend wirkt, erzeugt sie bei diesem Phänomen die Bewegung", so Carl Gadde. "Wir haben auch ein theoretisches Modell entwickelt und das dann mit Experimenten überprüft", sagt Adam Muderris. Der Aufwand hat sich gelohnt, so landeten die beiden auf dem ersten Platz im Bereich Physik.

Doch egal ob platziert oder nicht, Spaß am Forschen hatten alle Jungforscherinnen und -forscher. "Mir macht es Spaß, dass man neue Dinge lernt", sagt Julian Kehm (14), der sich die Reizreaktionen der Mimose genauer angesehen hatte. Leevi Sobott (12), der gemeinsam mit zwei Freunden eine Navigationshilfe für Blinde entwickelt hatte, sagt dazu: "Jeder kann machen, was er gut kann." Für die elfjährige Ida Spanke, die mit Selma Muderris (11) ein mathematisches Katz und Maus Spiel untersuchte, ist das Beste am Forschen ganz klar: "Wenn man am Ende, obwohl es so schwer war, wirklich die Lösung findet!"

Mädchenanteil steigt

Seit einigen Jahren nimmt der Anteil der Mädchen an den Forschungswettbewerben stetig zu. 14 der 30 Jungforscher, die für das phaenovum in Freiburg antraten, waren in diesem Jahr Mädchen. 40 Prozent aller Teilnehmenden seien mittlerweile Mädchen, bei "Schüler experimentieren" seien es sogar 60 Prozent, erklärt Wettbewerbsleiterin Benita Eberhardt-Lange. "Das freut mich sehr, das ist ja der Nachwuchs für die Zukunft", sagt sie.
Jugend forscht

Geschichte: Seit 1965 gibt es "Jugend forscht" bereits, ins Leben gerufen vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen. 1969 folgte der Wettbewerb "Schüler experimentieren" für Schülerinnen und Schüler bis 14 Jahren.

Phaenovum-Erfolg: Von den 16 von phaenovum eingereichten Projekten erreichten 15 einen ersten bis dritten Platz: Konkret gab es sieben erste, vier zweite und vier dritte Plätze. Zusätzlich gab es einen Sonderpreis. Die sieben Regionalsieger aus Lörrach nehmen am Landeswettbewerb teil. Für die Sparte "Jugend forscht" findet er vom 25. bis 27. März in Fellbach und für die Sparte "Schüler experimentieren" vom 23. bis 24. April in Balingen statt.

Weitere Infos: Sämtliche Platzierungen finden sich im Internet unter http://www.phaenovum.eu/de