Mädchen stirbt im Lager Moria

afp

Von afp

Di, 17. März 2020

Ausland

Steinmeier: Dramatische Lage der Flüchtlinge in Griechenland.

ATHEN (höhl/AFP). Es ist das schlimmste Migrantencamp in Griechenland, manche sprechen vom Lager Moria auf der Insel Lesbos als "Europas Schande". Am Montagmittag brach in dem überfüllten Flüchtlingslager ein Feuer aus. Ein sechsjähriges Mädchen starb in den Flammen. Warum der Brand ausbrach, war unklar. Die Feuerwehr geht nicht von Brandstiftung aus, sondern von einem Unfall. Die Löscharbeiten waren schwierig, weil die teils zweistöckigen Wohncontainer dicht an dicht stehen – an einen Brand hatten die Planer offenbar nicht gedacht.

Dabei sind Brände in den griechischen Flüchtlingslagern keine Seltenheit, weil viele Bewohner über offenem Feuer kochen oder sich an Lagerfeuern zu wärmen versuchen. Fernsehbilder zeigen, wie Lagerbewohner verzweifelt versuchten, die Flammen zu löschen und sich mit ihrer Habe in Sicherheit zu bringen. Der starke Wind erschwerte die Brandbekämpfung. Als die Flammen nach etwa einer Stunde gelöscht waren, entdeckte die Feuerwehr die Leiche des sechsjährigen Mädchens. Das Feuer vernichtete einen Wohncontainer und zwei provisorische Unterkünfte. In Moria hausen nach offiziellen Angaben der Behörden am Wochenende 19 343 Menschen. Konzipiert ist das Lager für 2840 Bewohner.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wies auf die weiter dramatische Lage der Flüchtlinge in den Lagern in Griechenland und an der griechisch-türkischen Grenze hin. "Die Kinder, Frauen und Männer leben dort unter schwierigsten Bedingungen", sagte er t-online.de. Die geplante Aufnahme von 1600 Minderjährigen in Deutschland und weiteren EU-Staaten sei unter diesen Umständen "das Mindeste, was wir tun können".