Mahmouda will trotz Corona studieren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 19. März 2021

Emmendingen

Emmendinger Stiftung Brücke stärkt Mädchen in Afrika und Asien durch Bildung .

(BZ). Mahmouda (18, Name geändert) aus Bangladesch liebt die Naturwissenschaften. Ein Autounfall hat ihr Leben vollkommen verändert, der Vater kann wegen des Lockdowns nichts mehr zum Lebensunterhalt beitragen. Auch bei den Mädchen im Wohnheim und den jungen Frauen im Ausbildungsprojekt in Burkina Faso bricht die familiäre Unterstützung in der Pandemie immer mehr zusammen. Stiftung Brücke unterstützt Mädchen in dieser prekären Lage, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen können und nicht früh verheiratet werden. Seit 2013 ermöglicht die Stiftung Brücke Mädchen aus armen Familien im Norden von Bangladesch den Schulbesuch. Parallel dazu nehmen die Mädchen an Aufklärungsveranstaltungen teil und werden zu ehrenamtlicher Arbeit angeleitet. Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit konnte so gesenkt und die Schulbildung verbessert werden.

Seit März 2020 sind wegen Corona alle Schulen und Universitäten geschlossen. Taglöhner und kleine Gewerbetreibende verloren ihre Existenz. Um den Hunger zu stillen, wurden Hausrat, Haustiere oder Nähmaschinen verkauft, mit der Folge, dass Einnahmequellen wegfielen. Wie in Europa hat die Gewalt in den Familien zugenommen, die Scheidungsraten sind gestiegen, was vor allem Frauen und Kinder in unlösbare Situationen bringt. Mahmouda lebt mit ihren Eltern und fünf Schwestern in einem Haus, das aus zwei Wohn-/Schlafräumen, einem Waschraum und einer Küche besteht, die nicht regendicht ist. Mahmouda wurde von einem Auto angefahren, braucht teure Medikamente und kann sich nur noch eingeschränkt bewegen. Der Vater hat durch den landesweiten Lockdown in den vergangenen Monaten fast nichts mehr verdient.

Doch Mahmouda hat weiter den Traum, zu studieren und für die Regierung tätig zu werden. In Burkina-Faso unterstützt Stiftung Brücke ein Wohnheim für Mädchen und ein darauf aufbauendes Ausbildungsprojekt. Das seit 2010 existierende Wohnheim musste wegen islamistischen Terrors von Thiou, einer Stadt im Grenzgebiet zu Mali, nach Ouahigouya verlegt werden. Beide Projekte befruchten sich jetzt unmittelbar. In den vergangenen Jahren starteten bereits zwei Lehrerinnen und eine Krankenpflegerin ins Berufsleben.

In diesem Jahr werden vier angehende Schneiderinnen, eine Frisörin und eine Krankenpflegehelferin ihre Ausbildung beenden. Sieben Mädchen aus dem Wohnheim stehen schon in den Startlöchern, um nach ihrem erfolgreichen mittleren Schulabschluss die freiwerdenden Plätze im Ausbildungsprojekt einzunehmen. Umgekehrt bringen die jungen berufstätigen Frauen ihre Kenntnisse und auch finanzielle Mittel wieder in die Projekte ein. Viele Familien der Mädchen im Wohnheim waren durch Terrorangriffe gezwungen, ihre Dörfer und Felder – und damit die Grundlage ihrer Existenz – zu verlassen. Stiftung Brücke übernimmt die fehlenden Zahlungen, damit die Mädchen nicht gezwungen sind, ihre Schullaufbahn vorzeitig abzubrechen.

Informationen zu den Aktivitäten gibt es unter http://www.stiftung-bruecke.de.