Erlebnisführer

Die Autorin Birgit-Cathrin Duval stellt in einem Buch Kraftorte im Schwarzwald vor

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Do, 25. April 2019 um 13:00 Uhr

Malsburg-Marzell

Birgit-Cathrin Duval aus Malsburg-Marzell stellt in einem Erlebniswanderführer "Kraftorte im Südschwarzwald" vor. Darin holt sie Legenden und Sagen ans Licht.

Schon als die Autorin, Fotografin und Reisejournalistin Birgit-Cathrin Duval (51) 2014 ihren Band "Kraftorte im Schwarzwald" herausbrachte, der sich dem nördlichen Bereich des Naturparks widmet, war klar: Es wird einen Nachfolgeband geben. Nun, etwas später als geplant, ist es soweit: Im neuen Buch stellt die in Malsburg-Marzell lebende Naturkennerin den Südschwarzwald, also ihre eigene nähere und teilweise unmittelbare Umgebung, in den Mittelpunkt.

"Kraftorte im südlichen Schwarzwald" soll dazu anregen, mystische Schluchten, geheimnisvolle Felsen sowie Höhlen, Bäume oder Lichtungen mit fast schon magischer Aura selbst zu erkunden. Das Buch ist aber noch weniger ein herkömmlicher Wanderführer als schon der erste Band es war. Hauptintention von Duval war es auch nicht, jede Wegbiegung anzugeben und Strecken genau zu vermessen (dazu verweist sie auf vorhandenes Kartenmaterial), als vielmehr, die Geschichten, Legenden und Sagen, die den "Forest of Fairytales", den Wald der Märchen, weltweit bekannt machten, ans Licht zu holen und zu bewahren.

Alte Geschichten wieder zugänglich machen

"Denn dieses Wissen geht immer mehr verloren", musste die mehrfach ausgezeichnete Reisejournalistin feststellen. So wussten selbst Einheimische nicht, was es mit dem "Brudersloch" genau auf sich hatte, an dem sie bei Hammerstein regelmäßig vorüberjoggte. "Das war eine Art Initialzündung", sagt Duval. Ihre Neugier, tief in die Geschichten einzutauchen, war geweckt.

29 Orte zwischen dem Kandertal, dem Hotzenwald, Titisee und Yach hat sie teils mehrfach besucht – auch, um die magische Aura, die für sie etwa die Schalensteine in Schonach verströmen, im Bild perfekt einzufangen. Selbstverständlich stammen alle Fotografien von Birgit-Cathrin Duval, die auf ihren Touren oft von ihrem Mann Axel begleitet wurde.

Der Band soll, im wahrsten Sinne des Wortes, die alten Geschichten wieder zugänglich machen. Duval geht es dabei nicht darum, die Plausibilität von Legenden wie der des Gold herstellenden Eremiten vom Brudersloch zu ergründen oder abzuwägen – vielmehr geht es ihr um die Authentizität der überlieferten Geschichten.

Altbekanntes neu entdecken

So betrieb sie einen enormen Rechercheaufwand sowie ein intensives Quellenstudium in Antiquariaten, Archiven, Museen und Internetforen. Nur wenn sie eine gefundene Angabe mindestens noch in einer zweiten Quelle bestätigt fand, nahm sie sie auch in ihr Buch auf. Entsprechend umfangreich fällt der Anhang mit Quellen- und Literaturangaben aus. Einiges, etwa die Behauptung, dass die Spitze des auf wundersame Weise verschwundenen Grenzsteines zwischen Sankt Peter und Sankt Blasien im Elztalmuseum in Waldkirch lagern würde, konnte sie widerlegen. Anderes, wie die Verbrennung von Frauen, die der Hexerei angeklagt waren, auf dem Kandel erwies sich als grausige Wahrheit.

Sind aber auch der Blauen, der Belchen, der das Titelbild ziert, oder gar der Titisee – allesamt touristisch überlaufen – heute noch Kraftorte? "Ja", sagt Duval, "frühmorgens bei Sonnenaufgang oder in einer kalten Winternacht". Auch dazu, Altbekanntes neu zu entdecken, will ihr Erlebniswanderführer einladen.
Zur Buchvorstellung mit Fotopräsentation und Quiz lädt Birgit-Cathrin Duval morgen, Freitag, 26. April, 19 Uhr, in die G’meistube Marzell ein. "Kraftorte im südlichen Schwarzwald" ist im Verlag "Oertel+Spörer" erschienen und kostet 21,95 Euro.