Tierquälerei

Markgräfler Landwirt lässt fast 800 Hühner in Stall verenden

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 30. Juli 2020 um 20:07 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Ein krasser Verstoß gegen das Tierschutzgesetz hat sich auf einem Hof im Markgräflerland ereignet: Bei einer Kontrolle waren von 1000 Legehennen nur noch 230 am Leben.

Bei einem landwirtschaftlichen Betrieb im Markgräflerland sind offenbar hunderte Hühner verendet. Die Polizei spricht von einem "gravierenden Fall". Das Veterinäramt des Landkreises bestätigt den Vorgang. Von im Februar eingestallten 1000 Legehennen waren im Juli nur noch 230 Tiere am Leben. Dem Betreiber wurde das Halten und Betreuen von Geflügel ab sofort untersagt. Er muss sich jetzt wegen Straftaten gegen das Tierschutzgesetz verantworten, wie die Polizei mitteilt.

Tote Tiere und Mäusekot im Stall

Die Schilderungen des Veterinäramts klingen heftig. Mitarbeiter sind im Stall auf Hühnerkadaver gestoßen. Weitere tote Tiere wurden im Freien in den angrenzenden Feldern und Reben entsorgt. "Der Stall war stark verschmutzt durch Hühnerexkremente, Mäusekot, Staub und Spinnweben", teilt die Sprecherin des Landratsamts Valerie Pin mit.

Die Decke des Stalls sei nicht mehr intakt und verschimmelt gewesen. "Die rechtlich vorgeschriebene tägliche Überprüfung durch den Tierhalter sowie die Behandlung von kranken oder verletzten Tieren fand nicht statt", so Pin. Anwohner hatten die Behörden auf die Zustände aufmerksam gemacht.

Verein rettet verbliebene Hühner

"Alle 230 noch im Stall vorhandenen Hühner befanden sich in einem schlechten Zustand", so Pin. Sie seien vom Veterinäramt an den Verein "Rettet das Huhn" übergeben worden. Der Verein habe alle Hühner in private, tierschutzkonforme Haltungen vermittelt.

Die Hühner auf dem Hof waren offiziell in Bodenhaltung untergebracht. Der Stall habe insgesamt 4000 Legehennenplätze umfasst. Die erzeugten Eier wurden laut Veterinäramt im Hofladen und im örtlichen Einzelhandel verkauft. "Für den Verbraucher besteht kein Risiko, da keine eigenen Eier des Betriebes mehr vorhanden sind", so Pin vom Landratsamt.