Markhof braucht mehr ÖPNV

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 27. September 2019

Rheinfelden

St. Josefshaus plant den Umbau von großen Wohnblocks zu kleineren Wohneinheiten.

RHEINFELDEN-HERTEN (BZ). Der Markhof wird sich grundlegend verändern. Der Grund sind das neue Bundesteilhabegesetz und die Landesheimbauverordnung. Statt großer Wohnblocks werden kleinere Wohngebäude das Bild bestimmen. Das St. Josefshaus lud jetzt Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Bürgermeister Tobias Benz (Grenzach-Wyhlen) ein, sich ein Bild vom Stand der Planungen zu machen.

Bei einem Rundgang über das Gelände des Markhofes gaben die Vorstände des St. Josefshauses Birgit Ackermann und Christoph Dürdoth sowie der Einrichtungsleiter am Markhof, Ralf Zwettler-Modrok, mit dem Architekten der Werkgruppe Freiburg, Georg Glos, einen Überblick über die städtebaulichen Überlegungen. Geplant ist, so Architekt Glos, dass die großen mehrgeschossigen Wohngebäude, das Daniel-Danner-Haus und Heilig-Geist-Haus, die derzeit das Bild des Markhofes prägen, abgerissen und ersetzt werden durch kleinere Wohngebäude mit maximal 30 Bewohnern.

Zentral bei den Planungen sei, dass das Charakteristische des Markhofes unbedingt erhalten bleibe. Das sind zuallererst das historische Markhof-Gebäude und das Wirtschaftsgebäude südlich der Landstraße. Zudem bleiben das Martinshaus, die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und die Gebäude der Markhof-Ranch mit Ferienwohnungen als Bestandsgebäude. Hinzukommen werden kleinere Wohngebäude, die sich in das Bauumfeld so einfügen, dass ein Quartier entsteht. Die Gebäude werden barrierefrei gestaltet, indem die Hanglage jeweils so ausgenutzt wird, dass auch eine zweite Etage ebenerdig zugängig ist.

Neue Verkehrsführung auf dem Gelände

Dabei müsse die Verkehrsführung auf dem Markhof-Gelände grundsätzlich geändert werden, wobei "der zentrale Quartiersplatz Vorfahrt hat". Die Planungen sehen zudem mehrere Grünflächen vor, um den naturnahen Charakter des Markhofes zu unterstreichen.

Einrichtungsleiter Zwettler-Modrok erläuterte den Rahmen, in dem sich die Planungen bewegen. Die Menschen mit Behinderungen, die auf dem Markhof leben, hätten besondere Ansprüche. Sie würden hier sehr individuell begleitet und mit hoher Fachlichkeit und auf Augenhöhe unterstützt. Der selbstverständliche Umgang biete einen Rahmen, in dem persönliche Vorstellungen von Freiheit gelebt werden können und wo gesellschaftliche Teilhabe stattfinden kann. Als Beispiel nannte er das Open-Air-Festival "Markhof rockt".

"Extrem wichtig ist eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr", sagte Vorständin Birgit Ackermann. Sie verwies darauf, dass auf dem Markhof rund 160 Mitarbeiter, davon viele im Schichtdienst, arbeiten, die gegenwärtig "sehr auf das Auto angewiesen sind". In diesem Zusammenhang wandte sich Zwettler-Modrok mit der Bitte an Bürgermeister Benz, die Beleuchtung von Herten zum Markhof jetzt auch nach Wyhlen weiterzuführen. Der Radweg würde immer mehr an Bedeutung gewinnen. OB Eberhardt und Bürgermeister Benz sprachen sich dafür aus, das Konzept weiterzudenken in Richtung Wohnraum für den allgemeinen Wohnungsmarkt. Ackermann verwies darauf, dass es sich bei dem Gelände um "Sonderbaugebiet" handelt. Die Frage sei, ob das finanzierbar bleibe. Es sei wichtig, dass der Markhof Teil einer Gemeinde werde. Benz war sich sicher, dass es eine "Verknüpfung zur Gemeinde geben wird". Eberhardt resümierte: "Die Ideen gefallen uns. Wir freuen uns über eine Weiterentwicklung des Markhofes. Dafür ist uns das St. Josefshaus zu wertvoll."