Wohnungsmarkt

MARKTPLATZ 11: Dichte darf kein Tabu sein

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 11. September 2021

Marktplatz 11

Es bleibt ein schier unlösbares Dilemma, dem sich die Stadt gegenübersieht. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steigt seit Jahren ins Unermessliche und am Ende haben all jene das Nachsehen, die beim Bieten von Höchstpreisen nicht mithalten können: junge Familien, Alleinerziehende und – am Ende der Spirale – die Geringverdiener, Menschen, die wegen Arbeitslosigkeit oder Krankheit auf Unterstützung angewiesen sind. Das Angebot wiederum bleibt bescheiden. Einzelne Leuchtturmprojekte der Städtischen Wohnbaugesellschaft, so lobenswert sie sind, führen nicht dazu, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt wirklich entspannt. Der große Wurf fehlt, um für Entlastung zu sorgen. Doch wo soll die Stadt Bauland erschließen, wo sie nicht Gefahr läuft, sofort auf Widerstände zu stoßen? Haselwald-Spitzmatten lässt grüßen! Nachhaltig wachsen, der zentrale Leitgedanke des Stadtentwicklungskonzepts "Mein Emmendingen 2035", hört sich prima an, doch die Umsetzung gestaltet sich in der Realität weitaus schwieriger als zu erwarten war. Will man maßvoll und sparsam mit dem wertvollen Gut Boden umgehen und eine möglichst geringe Neuversiegelung erreichen, dann darf eine höhere Dichte beim Bauen kein Tabu mehr sein. Aufstockungen, Dachausbauten, Konversion von Gewerbeflächen – all das gilt es zu prüfen, um Dampf aus dem Kessel zu nehmen.