Gesichtsprägend

MARKTPLATZ 11: Ohne Bart ist manchmal hart

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mi, 21. April 2021

Emmendingen

Wer dieser Tage in Emmendingen schaufensterbummelt, darf sich freuen, dass ihn aus verschiedenen Läden zahlreiche Männer lächelnd anstrahlen. Übereinstimmendes Merkmal all der Schwarzweißporträts der Emmendinger Fotografin Alex Jung: Die Mannsbilder tragen Bart. Und zwar solche, die den Namen verdienen und die Gesichter wahrlich prägen. Just in diesem Moment mag bei manchen Vertretern des gesichtshaartragenden Geschlechts Neid aufkommen. Vielen von ihnen ist der beginnende Bartwuchs in der späten Jugend fast wichtiger als der Führerschein. Wenn dann von schon dichter behaarteren Altersgenossen das Frotteetuch mit der Bemerkung gereicht wird, sich doch den Flaum wegzurubbeln, nagt das gewaltig. Und wird nicht besser, wenn mit fortschreitendem Alter der Flaum nur wenig voller und zuvorderst nur unter der Nase und an der Kinnpartie sprießt. Nicht mal die sogenannte Rotzbremse lässt sich da vorzeigbar pflegen. Spätestens das ist der Zeitpunkt, an dem Mann sich für die regelmäßige Rasur, trocken oder nass, entscheidet. Verzichtet wird auf das tägliche Ritual vielleicht noch im Urlaub. Doppelt arg wird es, wenn im gesetzteren Alter der Bart endlich wachsen will, nun aber die genetische Veranlagung der rothaarigen Großmutter durchschlägt. Mittlerweile ist das Rot dem Grau gewichen, nach Dreitagebart sieht es schon nach einer Woche aus. Dann aber kommt der Hinweis: Du kratzt. Liebe Alex Jung: Beim nächsten Mal bitte Porträts bartnotleidender Männer!