Maronis wollen ihre Felle erneuern

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Mo, 19. Oktober 2020

Wehr

Wehrer Narrenclique sucht händeringend nach den gewünschten Stoffen / Banger Blick auf Pandemie und ihre Folgen.

Ihr erstes Jahr als Zunftmeisterin der Maronis konnte Carolin Görig mit guter Bilanz beschließen. Sie hat schnell in ihr Amt gefunden und gute Arbeit gemacht. Auch wenn Corona jäh die Zunftaktivitäten stoppte und einiges der Pandemie zum Opfer fiel, bis März, dem beginnenden Lockdown, hatten die Maronis alle anstehenden Aufgaben mit Bravour gelöst und neue Rekordergebnisse erzielen können. Vor allem der Verkaufsstand auf dem Storchenplatz sorgte für gute Zahlen. "Wir haben zur Eröffnung der Wehrer Weihnachtsstadt und am Nikolausmarkt überdurchschnittlich gut verkauft. Der Zunftkasse konnte dadurch zu einem kräftigen Plus verholfen werden," wie Görig sowie Rechnerin Nadine Winkler in der Hauptversammlung berichteten.

Die vorgesehenen Fasnachtstermine mit Narrenbaumstellen, Nachtumzug und Eröffnungsball konnten alle noch durchgeführt werden. Auch das eigentliche Fasnachtswochenende mit Narrenumzug und Narrenmarkt lief wie geplant. Die Fahrten nach auswärts, gekrönt durch Besuche von zwei Narrentreffen und einem Abstecher zum Rastatter Schloss, ließen kein abruptes Ende der Zunftaktivitäten erkennen. Das kam dann im März.

Jetzt wartet man darauf, was mit der Weihnachtsstadt Wehr und dem Nikolausmarkt geschieht. "Wir stehen in Verhandlung mit dem städtischen Ordnungsamt und der Wehrer Servicegemeinschaft. Die Maronis sind bereit, an einem wirksamen Hygiene- und Schutzkonzept mitzuarbeiten," versicherte Görig. Nichts zu tun, sei keine Option für die 1985 gegründete Zunft, die derzeit 72 Mitglieder zählt. Weil die Kassenlage gut ist, viele Maronifelle aussortiert gehören, will die Zunft jetzt daran gehen, die abgewetzten Kostüme durch neue zu ersetzen. Das Problem sei aber, dass die gewünschten Stoffe nur schwer zu bekommen sind. Danach sollen jetzt alle Mitglieder Ausschau halten und falls fündig, dem Vorstand melden.

Für Anfang nächsten Jahres ist ein Nähtag geplant, dann soll Fehlendes und Unbrauchbares ersetzt werden. Kurz erläuterte Zunfträtin Petra Meier die Pläne zur 21’Kampagne. Dazu gibt es nichts Verlässliches. Nur so viel: "Wir werden die Proklamation im Freien machen und versuchen eine Fasnacht en miniature ohne Bälle und Zuschauer aufzuziehen." Erfreulich nannte Meier die Verbands-Fördergelder, die coronabedingt gekommen sind und jetzt den einzelnen Zünften zustehen. Lob sprach Meier den Maronis aus. Aus deren Reihen kam der Vorschlag, den Plakettenverkauf und auch den Kinderball neu zu organisieren. Beides wurde inzwischen umgesetzt und das mit gutem Erfolg. Lob zollte Meier Annette Stratz für ihr schon jahrelanges Wirken bei den Zunftabenden, im Schminkraum. Rebecca Martin wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt.