Kinderbuchautorin

Mascha Matysiak ist für den Delia-Jugendliteraturpreis nominiert

Heidi Ossenberg

Von Heidi Ossenberg

Di, 19. März 2019 um 19:50 Uhr

Literatur & Vorträge

Die in Freiburg aufgewachsenen Kinder- und Jugendbuchautorin Mascha Matysiak macht sich Hoffnungen auf den Delia-Jugendliteraturpreis. Ein Porträt.

Was sie tut, tut sie aus Liebe am Schreiben und an den Geschichten. Klingt wie ein herrlich kreatives Leben, das die in Freiburg aufgewachsene, in Berlin lebende Kinder- und Jugendbuchautorin Mascha Matysiak führt. Beim Gespräch in einem Café in der Freiburger Innenstadt teilt sich ihre Begeisterung für Literatur unmittelbar mit – wenngleich die schlanke 40-Jährige mit dem offenen, freundlichen Blick auch freimütig erklärt, dass sie vom Schreiben allein nicht leben kann. Die junge Zielgruppe denke, Menschen, die Bücher veröffentlichen, seien reich. "Bei Lesungen frage ich dann die Kinder öfters, was sie glauben, was ich an einem Buch verdiene", erzählt Mascha Matysiak. Die Schätzungen lägen durchweg viel zu hoch – eine Autorin verdient lediglich sechs bis zehn Prozent pro Buch, da ist das mit dem Reichwerden schon eine ziemlich langwierige Sache...

Mascha Matysiak hat Germanistik, Kunstgeschichte und spanische Philologie studiert. Nach ihrem Abschluss kaufte und las sie "Berge von Kinder- und Jugendbüchern" – darunter viele Klassiker – und begann, selber Geschichten zu schreiben. Ausschlaggebend für eine noch intensivere Beschäftigung mit dem Beruf der Schriftstellerin war ein Online-Kurs, in dem vermittelt wurde, wie man professionell ein Exposé verfasst. "Den hat mein Mann mir geschenkt", berichtet sie. Aus einer vagen Idee für eine Geschichte wurde im Laufe eines Monats harter Arbeit ein fertiger Plan für ein Buch, das sie mithilfe einer Agentur tatsächlich bei einem Verlag veröffentlichen konnte. Mascha Matysiak hat mittlerweile mit mehreren renommierten Häusern zusammengearbeitet – den Verlagen Oetinger, Südpol, Eulenspiegel und Ellermann. "Bei Oetinger hatte ich Glück, weil dort gerade Geschichten für eine Reihe gesucht wurden." Wie in vielen Branchen ist es auch in der Verlagsbranche so: Wer einmal einen Fuß in der Tür hat, der hat es leichter.

Ihr vor einem Jahr veröffentlichter Jugendroman "Das Schneekugel-Desaster" ist bei Arena erschienen – unter dem Pseudonym Mascha May. Das Buch ist neben neun anderen für den Delia-Jugendliteraturpreis nominiert, der am Freitag auf der Buchmesse Leipzig vergeben wird. Matysiak erzählt darin von Marie, die mit ihrer Mutter, ihrem Opa, ihrer Tante und ihrer Kusine Lou zusammen in Berlin lebt und die gerade unsterblich in Tino verliebt ist. Doch unvorsichtigerweise versteckt Marie die Zettel mit ihren geheimsten Wünschen in ihrer Schneekugel – die ausgerechnet in die Hände von Tinos Freund Finn gerät. Marie und Lou brauchen einen guten Plan, um Peinlichkeiten abzuwenden...

"Das Schneekugel-Desaster", empfohlen für Menschen ab zwölf Jahren, ist eine erfreulich klischeefreie, moderne, lustige und flott geschriebene Liebes- und Familiengeschichte, die der Verlag allerdings mit einem kitschigen pastellfarbenen Umschlag versehen hat. So findet die Festschreibung rosa Umschlag, Herzchen, Luftballons gleich Mädchenbuch rein äußerlich statt. Mascha Matysiak hat inhaltlich auf Stigmatisierung bewusst verzichtet – und auch, wenn sie als Autorin in die Überlegungen zur Gestaltung von Titel und Umschlag miteinbezogen wird, entscheidet doch der Verlag letztendlich, wie das Buchcover aussieht.

Nach ihren nächsten Projekten gefragt, erzählt Mascha Matysiak von einer Reihe Abenteuergeschichten für Acht- bis Zehnjährige, die sie für den neu gegründeten Hummelburg-Verlag schreibt. "Ich will mich nicht auf ein Thema fokussieren, ich brauche immer wieder neue Herausforderungen", sagt sie. So soll ihre Liebe zu Geschichten und zum Schreiben ewig halten.