Tennis

Matchball Virus: Basler Swiss Indoors vor der Absage

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Do, 18. Juni 2020 um 15:53 Uhr

Tennis

Tennis ohne Zuschauer? Für den Basler Turnierdirektor Roger Brennwald ist das keine Option für das drittgrößte Hallenturnier der Welt, das für Oktober terminiert ist.

Die erste Ausgabe hat ein Deutscher gewonnen. Klaus Berger aus Schopfheim erhielt 1970 eine Armbanduhr für seinen Turniersieg. Später gewannen Boris Becker und Michael Stich in der St. Jakobshalle, alle Großen der Weltrangliste waren in Basel: Borg, Lendl, McEnroe, Connors, Sampras, Agassi. Zuletzt siegte dreimal in Folge Roger Federer. Doch zum ersten Mal und ausgerechnet im Jahr seines 50er-Jubiläums steht das Turnier vor der Absage. "Das Coronavirus hat leider mehrere Matchbälle, um zum Spielverderber zu werden", sagte Turnierpräsident Roger Brennwald laut einer Mitteilung.

Im April hatte sich Brennwald noch zuversichtlich gezeigt, der Vorverkauf für das drittgrößte Hallenturnier der ATP im Oktober war angelaufen. Doch der wurde nun ausgesetzt. Die Profi-Organisation visiert zwar eine Wiederaufnahme der Tour ab 14. August (Washington) bis zum 27. September (French Open) an, auch ist den Turnieren eine Kürzung der Preisgelder um 40 Prozent gewährt worden. Doch die Basler müssen mit strengen lokalen Regelungen rechnen, so wurde Anfang März das Europa-League-Rückspiel FC Basel gegen Eintracht Frankfurt vergleichsweise schnell gecancelt.

"Mit Corona ließ sich kein Deal machen." Roger Brennwald
Der ATP haben die Schweizer bereits vor einigen Wochen "mitgeteilt, dass sie wegen der gegenwärtigen Lage auf die diesjährige Austragung des Turniers verzichten möchten". Die Swiss Indoors hätten im Lauf eines halben Jahrhunderts viele Stürme gemeistert, "aber mit Corona ließ sich kein Deal machen", resümiert Brennwald die letzten Monate.

Dem Turnierchef zufolge "erscheint eine Indoor-Austragung mit gut 10 000 Besuchern und Mitarbeitenden pro Tag in diesem Jahr angesichts der medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Unsicherheit nicht durchführbar". Mögliche Geisterspiele und Social-Distancing, wie es in dieser Woche für die US Open in New York beschlossen wurde, kämen "allein schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage".