Messebilanz

Mehr Besucherinnen kamen zur Frauenmesse "Auszeit" in Freiburg

Hannah Sill

Von Hannah Sill

Mo, 18. November 2019 um 11:20 Uhr

Freiburg

"Meine Auszeit", heißt die zweitägige und bunte Messe nur für Frauen, die am Wochenende zum zweiten Mal stattfand. Die Zahl der Aussteller und Ausstellerinnen ist gestiegen.

Massagegürtel fürs Flugzeug, Spontanität am Tattoo-Stand sowie Tipps, wie Schwankungen der Herzfrequenzen durch Atmung kontrolliert werden können: Männer waren unerwünscht am Samstag und Sonntag in Halle 3 auf dem Messegelände – ausgenommen jene an den Ständen der 70 Aussteller. 20 mehr als bei der Premiere im Vorjahr.

"Wundervoll eine Messe nur für Frauen gibt es ja nicht so oft." Besucherin Anne Hermessen, 76
Das Konzept habe sich bewährt, sagt Gabi Unglert vom Messeveranstalter "Mattfeldt & Sänger" aus Kempten. "Was die Messe ausmacht, ist das Drumherum: die Vorträge, das Bühnenprogramm und die Workshops." Gerade mal 22 Minuten sind die Hallentore geöffnet, da hat Gabi Unglert mehr als die Hälfte der 500 Willkommenstüten mit Werbeprodukten und Gutscheinen verteilt. Dazu gibt’s ein Glas Sekt. "Wundervoll", findet das die 76-jährige Anne Hermessen aus Heitersheim, "eine Messe nur für Frauen gibt es ja nicht so oft."

Am stärksten vertreten sind die Branchen Fashion, Beauty, Gesundheit, Reisen und Wellness. Sabine Lais-Mutschler aus Emmendingen bietet wie im Vorjahr zum Beispiel "verjüngende Gesichtsmassage" für zehn Euro an. "Gerade Macherinnen, die sich immer um alles kümmern, sollen sich hier nur auf sich konzentrieren können." Wenn frau auch dafür keine Zeit hat, kann sie sich bei der Düsseldorfer Firma "Haogut" bedienen, die neben Wischmopp und Reinigungstuch auch Massagegürtel vertreibt, die mit sechs mechanischen "Händchen" verschiedene Rückenpartien knetet. Superhexo heißt ein Modell, kostet um die 160 Euro und darf laut Unternehmen mit ins Flugzeug genommen werden.

Poledance und Burlesque

Erstmals dabei ist das Tanzstudio "Polefabrik" aus Rheinhausen, die auf der Showbühne Poledance demonstriert, also das Tanzen und Turnen an einer Stange, sowie eine Burlesque-Einlage zeigt, eine Art lasziver Tanz mit sportlicher Note und 20er-Jahre-Schick. "Man merkt, die Frauen sind hier etwas gelöster", sagte Verena Haas nach ihrem Auftritt als "Red Kiki".

Wer spontan ist und sich was traut, wird im provisorischen Tattoo-Studio von "Blutkunst Tattoo" fündig oder im Denzlinger "Aesthetics"-Kosmetikstudio von Christina Schnürle, das Wimpern stylt, Zähne bleicht oder Haare entfernt.

"Es ist eine coole Idee, den Mädels Raum zu geben", sagt die 35-jährige Freiburgerin Olivia Fülbier nach dem Besuch.