Mehr Busse im Halbstundentakt, weniger Straßenbau

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Oktober 2021

Offenburg

In der aktuellen Debatte um die Finanzierung von Kreisstraßen drängt die Linke Liste Ortenau auf Umsteuern für mehr Verkehrswende.

(BZ). In der aktuellen Debatte um die Finanzierung von Umfahrungen, schlägt die linke Liste Ortenau vor, einen gänzlich anderen Weg zu gehen. Anstatt weiter Straßen zu bauen und somit das individuelle Verkehrsaufkommen zu erhöhen, fordert die Gruppe die zügige Umsetzung der Verkehrswende im Ortenaukreis.

Nachdem die ÖPNV-Tarifreform des Ortenaukreises und der Stadt Offenburg bereits die ersten Schritte für eine bessere Nutzung des Nahverkehrs bilden, will die parteiunabhängige Liste nun den Halbstundentakt von 6 bis 20 Uhr in jedes Dorf und jede Stadt der Ortenau umgesetzt sehen, heißt es in einer LiLo-Pressemitteilung. Die zusätzlichen Kosten für den Ortenaukreis beliefen sich laut Landrat Scherer auf rund 40 bis 45 Millionen Euro im Jahr. Zwischen 20 und 0 Uhr sollte nach Meinung der Fridays-for-Future-Aktivistin und Kreisrätin Jana Schwab auch noch mindestens ein Stundentakt die Menschen an ihren Wohnort bringen. Nur so lasse sich die Klimakrise bekämpfen und Lebensqualität für die Ortenauer Bevölkerung schaffen und Ressourcen zu schonen.

Vor allem aber die ländlichen Regionen der Ortenau würden gestärkt und die Bevölkerung entlastet werden, so LiLO Sprecher Yannik Hinzmann. Viele könnten sich kein Auto leisten, es gehe hier also auch darum, die Mobilität sozial fairer zu gestalten und vor allem auch jenen, die bisher ein oder mehrere Autos unterhalten, die Möglichkeit zu geben, das Geld zukünftig für andere Dinge ausgeben zu können. Für alle, die dennoch mal kurzfristig ein Auto benötigen, sollten die Kommunen sogenannte Car-Sharing Modelle erarbeiten und bereitstellen.

Um diese Verkehrswende zu finanzieren schlägt die Linke Liste Ortenau vor, Gelder, die bisher für Umfahrungen geplant sind, für den Ausbau der Taktungen zu verwenden. Man stelle sich also klar gegen die Forderung von CDU-Kreisrat Klaus Muttach, Tempo bei dem Bau von Umfahrungen zu machen. Ebenso sollten Land und Bund Förderungen bereitstellen, um die Klimaziele einhalten zu können. Durch die steigende Attraktivität des Ortenaukreises könnten mehr Menschen auch zum Arbeiten in die Ortenau gezogen werden, was wiederum höhere Steuereinnahmen generiere. Man rechne auch mit weniger Sanierungskosten für Straßen, da diese in Zukunft weniger genutzt werden würden. "Zudem erwirtschafte der Ortenaukreis seit Jahren Überschüsse, die endlich an die Bevölkerung zurückfließen könnten", so die LiLo.

Abschließend richtet die LiLO in ihrer Pressemitteilung einen Appell an die Kreisrätinnen und -räte, diesen Vorschlag im Kreistag zu diskutieren und zuzustimmen. Denn schon jetzt machten sich die Veränderungen des Klimas auch in der Ortenau bemerkbar. Handle man nicht bald, dann müsse man in der Zukunft Milliarden aufbringen, um die Schäden wie in Ahrtal zu beseitigen.