Vegetarische Alternativen

Mehr Fleisch ohne Fleisch

afp, dpa

Von afp & dpa

Fr, 14. Mai 2021 um 19:32 Uhr

Wirtschaft

Die Produktion von vegetarischen oder veganen Alternativen zum Fleisch in Deutschland ist 2020 stark gewachsen. Trotzdem bleibt es ein Nischengeschäft.

2020 stellten die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr 39 Prozent mehr Fleischersatzprodukte her, die Menge stieg von 60 400 Tonnen auf fast 84 000 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Der Wert der Produkte wuchs von knapp 273 Millionen auf 375 Millionen Euro – ein Plus von 37 Prozent. Trotzdem machen die Alternativen immer noch weniger als ein Prozent des Fleischmarktes aus.

So wurden in Deutschland 2020 Fleischprodukte im Wert von fast 39 Milliarden Euro hergestellt. 2019 hatte der Wert mit 40,1 Milliarden Euro sogar den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Der Rückgang 2020 könnte auch mit der Corona-Pandemie zu tun haben: Einige Produktionsbetriebe mussten etwa wegen hoher Ansteckungszahlen unter den Beschäftigten zeitweise schließen.

Fleischkonsum in Deutschland sinkt

Langfristig betrachtet konsumieren die Bundesbürger weniger Fleisch: 1978 verbrauchte ein Haushalt im Schnitt gut 6,7 Kilogramm Fleisch im Monat, davon 3,1 Kilo Schweinefleisch (Wurstwaren, Räucher- und Trockenfleisch nicht eingerechnet). 2018 war es mit 2,3 Kilogramm nur noch rund ein Drittel, der Schweinefleischkonsum sank auf 900 Gramm. Allerdings nahm auch die durchschnittliche Haushaltsgröße ab, von 2,5 auf 2,0 Personen. Daten zum Fleischersatz erheben die Statistiker erst seit 2019 – erstmals war also ein Vorjahresvergleich möglich.