Generation Z

Mehr Sicherheit, mehr Freizeit

Moritz Fertig, 8c, Max-Planck-Gymnasium Lahr

Von Moritz Fertig, 8c & Max-Planck-Gymnasium Lahr

Mo, 03. August 2020 um 15:01 Uhr

Schülertexte

Auf die Generation Y folgte die Generation Z. Was die Jungen der Generation Z ausmacht, beschreibt Moritz Fertig, Schüler der Klasse 8c des Max-Planck-Gymnasiums in Lahr.

Die als "technikaffine" und "digital Natives" bezeichnete Generation Z soll später einmal in vielen Gebieten eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Diese Generation unterscheidet sich in einigen Punkten von der Generation ihrer Eltern – der Generation Y. Zum Beispiel ist die Generation Z mit moderner Technologie, wie Smartphones oder Tablets aufgewachsen, wohingegen die Generation Y erst in ihrer frühen Jugend mit dieser Technologie in Berührung kam. Man spricht in Verbindung mit der Generation Y deshalb auch von einer "digitalen Nachsozialisierung", so der deutsche Sozial- und Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann.

Daraus kann man schließen, dass in Ländern mit niedriger Geburtenrate die Generation Z später einen Großteil der arbeitenden Gesellschaft ausmachen wird, weshalb sie auch mehr Freiheiten in der Berufswahl, beziehungsweise auf dem Arbeitsmarkt haben und dort die Gunst vieler Unternehmen auf sich ziehen wird. Das führt dazu, dass diese Generation sich entspannt und nicht mehr so konsequent für Prüfungen oder Tests lernt. Laut der Shell Jugendstudie haben die Zler dadurch mehr Zeit für Politik und politisches Handeln, wie auf eine Demo zu gehen. Durch Fridays for Future bringen sie ihre Meinung mit ein, vernachlässigen jedoch den dadurch verpassten Unterricht.

An Greta Thunberg sieht man auch, wie wichtig die Umwelt oder das Klima für die Generation ist: Nicht nur an das eigene Ego, sondern auch an andere denken, ist, was sie ausmacht. Doch es gibt auch Negatives zu sagen: Die Angehörigen der Generation Z werden langsamer erwachsen und verhalten sich unangemessen für ihr Alter, laut dem Buch "Me, My Selfie and I" der US-amerikanischen Psychologin Jean Twenge. Demzufolge ziehen sie auch später aus und werden nicht so früh selbstständig wie die Generation Y. Es sei auch nicht mehr zwingend nötig, einen Hochschulabschluss zu haben, um ein solides Lebenseinkommen zu sichern, daher auch die Entlastung in der Schule, da das schon vielen bewusst sei, stellt Hurrelmann fest.

Die Generation Z möchte die Arbeitswelt sowieso nach ihren Vorstellungen gestalten: Mehr Freiheiten bei der Berufswahl, mehr Freizeit, jedoch weniger Flexibilität im Job, da dies als Stressfaktor gilt. Sie wollen außerdem das Arbeitsleben nicht mit ihrer Freizeit in Verbindung bringen und bestehen auf strikte Trennung, um mehr Zeit für Familie zu haben. Das liegt daran, dass diese Generation deutlich traditioneller ist: Den Angehörigen ist das Eigenheim wichtig, eine eigene Familie und eine (halbwegs) gute Ausbildung, obwohl Letzteres auch auf die Vorgängergeneration Y zutrifft. Auch wichtig für sie ist das Arbeiten mit Kollegen ihrer Generation beziehungsweise Ihres Alters, das schafft eine bessere und entspanntere Arbeitsatmosphäre und erhöht die Produktivität.

Die Generation Z mag es jedoch nicht zum Beispiel bei Firmen Mitverantwortung zu tragen, da sie dabei sofort an Arbeiten nach dem Feierabend denken und das vermeiden möchte. Man kann also sagen: Wo man die Generation Y noch mit Firmenwagen oder mit Work-Life-Blending locken konnte, wird es heute schon schwieriger, den Forderungen der Z-Generation nachzukommen.