Mehr Zeit für Konzept und Beteiligung

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Mo, 29. Juni 2020

Gottenheim

Ratsbeschluss in Gottenheim.

Einstimmig sprach sich jetzt der Gottenheimer Gemeinderat dafür aus, sich mehr Zeit für das anstehende Gemeindeentwicklungskonzept und die damit verbundene Bürgerbeteiligung zu nehmen und mögliche Anträge für Städtebauförderung um ein Jahr auf Oktober 2021 zu verschieben.

In einigen Gemeinden in der Region werden derzeit Gemeindeentwicklungskonzepte erarbeitet, die nach den Richtlinien des Landes einen Bürgerbeteiligungsprozess enthalten müssen, um im Anschluss Fördermittel für bauliche Entwicklungen im Ort bekommen zu können. Um mögliche Antragsfristen einhalten zu können, müssen diese Beteiligungen dann oft sehr schnell gehen.

"Mit dem Gesamtkonzept wollen wir Weichen für die Entwicklung der Gemeinde stellen, mindestens fürs kommende Jahrzehnt", betonte hingegen Bürgermeister Christian Riesterer. "Wir entwickeln Richtlinien für die Arbeit des Gemeinderats und wollen auf dem schon 2009 begonnenen Bürgerbeteiligungsprozess aufbauen." Damals wurde das Konzept der neuen sozialen Ortsmitte entworfen. Später rief Riesterer zudem die Einwohner dazu auf, sich aktiv zu beteiligen: "Es ist wichtig, dass das Konzept von unten nach oben entsteht und dass dabei Perspektiven entwickelt werden".

Über den vorgesehen Ablauf der Konzepterstellung informierten Matthias Weber und Jutta Breitschwerd von der beauftragen Firma Kommunalkonzept. "Wir haben das Schema mit den im Jahr 2013 bereits erarbeiteten Ideen bekommen, dabei sind neue spannende Fragen entstanden, hier wollen wir ausgiebiger diskutieren", betonte Weber. Bis Herbst solle zunächst eine Phase der Konsultation inklusive Online-Befragung eingefügt werden, ergänzte Jutta Breitschwerd. "Der Bürger ist der Experte für sein Leben und das Leben im Dorf." Und erst für das erste Quartal 2021 sind dann Workshops sowie eine Kinder- und Jugendbeteiligung vorgesehen, die sich mit weitergehenden aktuellen Fragen befassen.