FRAGEN SIE NUR!: Kavalierstarts mit dem Elektroauto

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Sa, 11. Januar 2020

Fragen Sie nur

Warum kann ein kleines E-Auto einem Sportwagen mit Verbrennungsmotor an der Ampel die Rücklichter zeigen?

"Das liegt am Drehmoment", erläutert Karsten Graef, Sachverständiger für den Kfz-Verkehr beim TÜV Süd in München. Drehmoment nennt man die Drehwirkung einer Kraft auf einen Körper; gemessen wird sie in Newtonmeter (Nm). Anders als Diesel- oder Ottomotoren haben E-Motoren, sagt Graef, "fast bei jeder Drehzahl ein ähnlich hohes Drehmoment", also auch aus dem Stand. Theoretisch, ergänzt er, könne ein starker Verbrenner samt gutem Getriebe genauso gut beschleunigen, "das schafft ein Fahrer aber kaum so perfekt auf die Straße zu bringen". Auch würde es, anders als beim E-Motor, mit Verschleiß an Kupplung und anderen Antriebsteilen erkauft. Aber auch E-Mobil-Fahrern rät Graef von häufigen, kurzfristigen "Kavalierstarts" ab: Zwar könne der Motor es vertragen, übrigens auch nach dem Kaltstart, "aber wenn ich so etwas öfter mache, erhitze ich die Batterie, weil ich ihr sehr hohe Ströme abfordere". Das habe Nachteile für die Reichweite der Ladung und die Lebensdauer des Akkus.

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