Mountainbiken

Die Zwei-Meter-Regel löst für mich kein Problem, sondern ist das Problem

Thomas Staub

Von Thomas Staub (Freiburg)

Mi, 16. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Auf Abwegen", Reportage von Florian Kech (Die dritte Seite, 9. September)
Dass es vor allem am Wochenende und in den Ferien enger geworden ist, kann ich als Mountainbiker nur bestätigen. Dass die E-Biker diesen Trend deutlich verstärken, kann ich ebenfalls bestätigen.

Was mir auf meinen jährlich zirka 4000 Mountainbike-Kilometern auffällt, sind folgende Punkte: Den größten Stress mit Wanderern habe ich auf breiten Forststraßen in der Nähe von Freiburg, insbesondere dann, wenn Hunde mit im Spiel sind. Dies gilt auch für die Hauptwege um den Feldberg. Die offiziellen Trails sind super. Aber nicht jeder Mountainbiker ist in der Lage, diese technisch sauber zu bewältigen. Zudem können Downhill-Cracks das Befahren dieser Wege zum Martyrium werden lassen. Da ich mich zur Fraktion der Cross-Country-Fahrer oder Marathon-Fahrer zähle und gerne Touren über 50 Kilometer und 1000 Höhenmeter fahre, sind die Downhill-Trails für mich meist nur Abschluss einer Tour.

Die Zwei-Meter-Regel in Baden-Württemberg ist willkürlich. Wege sind mal zwei Meter breit, dann für ein kurzes Stück enger und wieder breiter. Zudem fehlen oft alternative Wegführungen. Zwischen Schauinslandpass und Halde habe ich nur die Wahl zwischen einem nicht immer zwei Meter breiten Weg oder der Landstraße, die ich mit meinen Kindern nicht mit dem Rad befahren möchte. Als ich kürzlich über den Toten Mann zum Feldberg fahren wollte, war klar, dass dies eigentlich nicht geht, da die Wege vom Toten Mann zum Immisberg alle offiziell nicht befahren werden dürfen. Bei der Tourenplanung wird man damit also praktisch in die Illegalität gezwungen.

Mein Fazit: Da sich Wanderer auf den Wegen konzentrieren, die auch offiziell für Mountainbiker freigegeben sind, häufen sich dort Konfliktsituationen, insbesondere durch schnelle Mountainbiker. Wenn ich schmalere Wege befahre, treffe ich selten auf Wanderer und habe dort auch kaum Probleme, da beide Seiten weniger gestresst sind und ich grundsätzlich höflich und defensiv unterwegs bin. Daher glaube ich, dass eine Regelung, die den Wanderern grundsätzlich Vorrang gibt und Mountainbiker zur Rücksicht verpflichtet, die Lage entspannen könnte. Schmale Pfade mit hohem Wanderaufkommen könnten ja immer noch explizit gesperrt werden. Die Zwei-Meter-Regel löst für mich kein Problem, sondern ist das Problem. Thomas Staub, Freiburg