PETER GREEN

Mit diesem Statement hat der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen

Martin Schreiber

Von Martin Schreiber (Freiburg)

Sa, 01. August 2020

Leserbriefe

Zu: "Durch Himmel und Hölle", Beitrag von Bernd Peters (Kultur, 27. Juli)
Ich möchte Bernd Peters für seine Würdigung anlässlich des Todes von Peter Green meinen Dank aussprechen. Er hat in seinem Nachruf die Sachverhalte bezüglich Peter Green im Großen und Ganzen angemessen skizziert. Dies ist insofern positiv anzumerken, da zur Person dieses großen Bluesgitarristen immer wieder Gerüchte sowie Halb- und Unwahrheiten verbreitet worden sind, die ihn in ein falsches Licht gerückt haben.

So gehört die Aussage, Green habe "viel zu viel LSD" genommen, in diese Kategorie. Sie wäre sicherlich zutreffend auf jemanden wie zum Beispiel Jerry Garcia (Spitzname "Captain Trips"!) von den Grateful Dead. Bei Peter Green jedoch war keinesfalls die Menge ausschlaggebend – vielmehr machte ihn seine fragile Psyche (er zählte zum Personenkreis der sogenannten HSP, "Highly Sensitive Persons", also hochsensible Menschen, ein arrivierter Begriff in der Psychologie) zu einem denkbar ungeeigneten Drogenkonsumenten. Ebenso unangebracht übertrieben beschreibt Herr Peters ein Foto von vor fünf Jahren, "auf dem er (Green) weitgehend zahnlos in die Kamera lächelt". Ich kenne das betreffende Foto, auf dem ihm zweifellos einige Zähne (in Reihe) fehlen. Die Beschreibung "weitgehend zahnlos" erweckt allerdings den Eindruck, der Verfasser beabsichtige damit womöglich so etwas wie einen dramatischen Touch in seinem Artikel.

Mit einem berührenden Statement jedoch hat Peters den Nagel auf den Kopf getroffen: dass "Greens Name zum Synonym für eine wunderbar lyrische, emotional packende Blues-Gitarre" geworden ist. Das hätte man nicht besser formulieren können. Martin Schreiber, Freiburg