MENSCHEN

Liane Schilling

Von Liane Schilling

Sa, 30. Mai 2020

Friedenweiler

FRIEDENWEILER

Als Wirtin weit bekannt

Herta Horl, ehemalige Wirtin des Café Horl aus Friedenweiler ist wenige Wochen vor ihrem 93. Geburtstag gestorben. Sie stammt aus Pommern und war das jüngste von vier Kindern. Sie musste mit einem Flüchtlingstreck die Heimat verlassen und kam 1945 an Typhus erkrankt nach Mecklenburg. In Kiel konnte sie später ihren Vater ausfindig machen, dort fand die Familie wieder zusammen. Bei einem Bauern an der Ostsee fand sie Arbeit, wurde später als Fernsprechbeamtin ausgebildet und in den Postdienst übernommen. 1948 heiratete sie in Kiel Otto Horl. Mit ihm und der erstgeborenen Tochter kam sie im November 1949 im Zuge der Umsiedlung nach Rudenberg auf den Michelishof. 1955 bezog die Familie das eigene Haus in Friedenweiler, indem Horls zehn Jahre später eine Gaststätte eröffneten. Weit über den Ort hinaus war das Café Horl beliebt. Von 1990 an führte der jüngste Sohn die Gaststätte, bis er sich für einen anderen Berufsweg entschied. Herta Horl schenkte zwei Söhnen und drei Töchtern, von denen eine als Säugling starb, das Leben. Viel Zeit für Hobbys hatte sie nie, aber ihren Blumengarten pflegte sie leidenschaftlich und Fasnet machte sie gern. Sie gehörte viele Jahre der Gymnastikriege der Kneippgruppe und dem Frauenjahrgangsstammtisch an. Ihre letzten Lebensmonate verbrachte sie im Seniorenzentrum St. Raphael in Neustadt. Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis.