Merdinger Trinkwasser wird gemischt

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 02. Juli 2020

Merdingen

Qualität soll verbessert werden, der Härtegrad deutlich sinken / Trübungen und Verfärbungen sind in nächster Zeit möglich.

. Seit Montag wird dem Merdinger Trinkwasser immer mehr Wasser des Versorgers Badenova zugemischt. Auch wenn anfänglich noch Trübungen möglich seien, soll sich die Wasserqualität nach und nach verbessern und die Wasser-Härte deutlich sinken. Dies war Thema in der jüngsten Ratssitzung.

Sichtlich erleichtert gab Bürgermeister Martin Rupp in der Sitzung bekannt, dass die technische Inbetriebnahme der neuen Fernwasserversorgung unmittelbar bevorstehe. Die Trinkwasserleitung des Freiburger Versorgers Badenova war zwar schon längere Zeit fertiggestellt, Breisach wurde schon im Februar und Gündlingen im Mai angeschlossen, aber beim Merdinger Hochbehälter, von wo aus das Trinkwasser ins Merdinger Versorgungsnetz eingespeist wird, fehlte noch die technische Steuerung, die nun eingebaut ist.

Von der Firma Badenova war zudem zu erfahren, dass die Versorgung von Breisach bisher ohne größere Probleme funktioniere. Die neue 14 Kilometer lange Trinkwassertransportleitung bringt Wasser vom Wasserwerk in Hausen an der Möhlin nach Breisach am Rhein. Die neue Leitung beginnt in Freiburg-Opfingen und zweigt unterwegs unter anderem zum Hochbehälter in Merdingen ab. Von dort aus wird das Wasser ins Merdinger Netz eingespeist. Seit Ende April, als die Verbindung fertiggestellt war, wird das eigene Trinkwasser von Merdingen und das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Hausen in diesem Behälter gemischt, bis jetzt aber nur mit einer Mindestmenge zur Sicherstellung einer permanenten Durchströmung der Leitung. Binnen drei Wochen soll nun immer mehr Badenova-Wasser zugemischt werden, am Ende des Prozesses kommen dann rund 85 Prozent des Merdinger Trinkwassers aus Hausen.

Da sich Mineralisierung und Härtegrad der beiden Trinkwasser unterscheiden, müsse die Einmischung langsam gesteigert werden, informierte Bürgermeister Rupp den Gemeinderat. Über mindestens drei Wochen hinweg werde sukzessive das Mischverhältnis erhöht und permanent überwacht. Durch die neue Zusammensetzung des Trinkwassers könnten sich Mineralien, die sich über die Jahre an den Wänden der Rohrleitungen abgelagert hatte, jedoch lösen. Dadurch könne es zu kurzzeitigen Trübungen und Verfärbungen des Wassers kommen, erklärte zudem die Badenova. Dies habe jedoch keinerlei Auswirkung auf die Qualität des Trinkwassers, die zudem permanent überwacht werde.

Versorgungssicherheit wird erhöht

Trübungen und Verfärbungen könnten an unterschiedlichen Orten sowie zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten, da die Trinkwasserrohre in Merdingen unterschiedlich alt seien und aus verschiedenen Materialien bestünden, hieß es. Sollten über einen längeren Zeitraum optische Beeinträchtigungen bestehen, könnten sich die Betroffenen an den Kundenservice der Badenova wenden. Durch die Einmischung des Trinkwassers aus Hausen werde zudem der Härtegrad deutlich gesenkt, erläuterte der Bürgermeister das Vorgehen. Der Härtegrad ändere sich in Merdingen von hart mit etwa 22 Grad deutscher Härte auf mittel und einem Härtegrad von 14. Die Nutzer sollten daher auch ihre Haushaltsgeräte und Aquarien im Auge behalten und die Dosierung von Waschmitteln anpassen, lautete der Appell.

Ein weiterer Aspekt in Zusammenhang mit der neuen Trinkwasserleitung ist zudem die Erhöhung der Versorgungssicherheit in Merdingen. Ursprünglich hatte man im Gemeinderat überlegt, ob man die eigene Trinkwasserversorgung aufwändig erneuere und modernisiere oder künftig den Hauptteil des Wassers fremd-beziehe. Der eigene Tiefbrunnen samt Pumpen muss demnächst zwar auch modernisiert werden, aber nur in dem Maße, wie er als Sicherheitsreserve benötigt wird.