Trumps Zugang zu Atomwaffen war beschränkt

afp

Von afp

Do, 16. September 2021

Ausland

Ex-Präsident sieht "Verrat".

(dpa/AFP). Nach der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar soll Generalstabschef Mark Milley Medienberichten zufolge geheime Vorkehrungen getroffen haben, um die rechtmäßige Befehlsgewalt des damaligen Präsidenten Donald Trump über Atomwaffen einzuschränken. Das berichteten unter anderem der Sender CNN und die Zeitung Washington Post unter Berufung auf ein noch unveröffentlichtes Buch, das sich mit dem Ende von Trumps Amtszeit befasst. Trump beschimpfte Milley in einer Erklärung sofort und sprach von "Verrat". Rückendeckung bekam Milley von Trumps Nachfolger Joe Biden.

Der Investigativjournalist Bob Woodward und "Washington Post"-Korrespondent Robert Costa schreiben in "Peril" (Gefahr), Milley sei nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger Trumps erschüttert gewesen. Er habe daher am 8. Januar ein vertrauliches Treffen mit den zuständigen Kommandeuren einberufen, um sicherzustellen, dass es keinen militärischen Offensivschlag ohne seine Zustimmung geben könne.

Den Berichten zufolge lag den Autoren des Buches, das am 21. September veröffentlicht werden soll, eine Mitschrift eines Telefonats von Milley und der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, vor. Pelosi sagte demnach in dem Gespräch vom 8. Januar zu Milley über Trump: "Sie wissen, dass er verrückt ist. Er ist seit langer Zeit verrückt." Darauf soll der von Trump ernannte Milley erwidert haben: "Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu." Milley, heute Bidens oberster Militärberater, soll in der Zeit auch zwei Gespräche mit seinem chinesischen Gegenüber gehabt haben, um Ängsten der kommunistischen Führung vor einem möglichen US-Angriff vorzubeugen. US-Medien zufolge soll Milley befürchtet haben, Trump könne einen Krieg gegen China vom Zaun brechen.