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Militärführung schränkte Trumps Zugriff auf Atomwaffen ein

dpa

Von dpa

Mi, 15. September 2021 um 17:44 Uhr

Ausland

Wollte der abgewählte Präsident Trump einen militärischen Konflikt nutzen, um sich an der Macht zu halten? Diese Befürchtung trieb offenbar den Generalstabschef um. Auch China war in Sorge.

Nach der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar soll Generalstabschef Mark Milley Medienberichten zufolge geheime Vorkehrungen getroffen haben, um die rechtmäßige Befehlsgewalt des damaligen Präsidenten Donald Trump über Atomwaffen einzuschränken. Das berichteten unter anderem der Sender CNN und die Zeitung Washington Post unter Berufung auf ein noch unveröffentlichtes Buch, das sich mit dem Ende von Trumps Amtszeit befasst. Trump beschimpfte Milley in einer Erklärung sofort und sprach von "Verrat".

Der renommierte Investigativjournalist Bob Woodward und ein langjähriger Korrespondent der "Washington Post", Robert Costa, schreiben demnach in "Peril" (Gefahr), Milley sei nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger Trumps erschüttert gewesen. Er habe daher am 8. Januar ein vertrauliches Treffen mit den zuständigen Kommandeuren einberufen, um sicherzustellen, dass es keinen militärischen Offensivschlag ohne seine Zustimmung geben könne.

Den Berichten zufolge lag den Autoren des Buches, das am 21. September veröffentlicht werden soll, eine Mitschrift eines Telefonats von Milley und der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, vor. Pelosi sagte demnach in dem Gespräch vom 8. Januar zu Milley über Trump: "Sie wissen, dass er verrückt ist. Er ist seit langer Zeit verrückt." Darauf soll der von Trump ernannte Milley erwidert haben: "Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu."

Milley, der inzwischen dem demokratischen Präsidenten Joe Biden als oberster Militärberater dient, soll den Berichten über das Buch zufolge in der Zeit auch zwei Gespräche mit seinem chinesischen Gegenüber gehabt haben, um Ängsten der kommunistischen Führung vor einem möglichen US-Angriff vorzubeugen.