Tief Axel

Mindestens 16 Jungstörche sterben nach Dauerregen im Breisgau

Nikola Vogt, Markus Donner, Sebastian Wolfrum

Von Nikola Vogt, Markus Donner & Sebastian Wolfrum

Mi, 22. Mai 2019 um 18:43 Uhr

Schallstadt

Viel Regen und kalte Nächte:Eine tödliche Kombination für Storchenbabys. In Kirchzarten und Mengen sind je fünf Jungstörche gestorben, in Ebnet vier, in Ihringen zwei. Es könnten mehr Nester betroffen sein.

Traurige Nachrichten aus dem Storchennest in Mengen: Alle fünf Jungtiere sind gestorben. Wie Sabine Schweizer vom Bürgerforum berichtet, lagen kurz vor Ostern fünf Eier im Nest. Kurz nach Ostern waren die Jungen geschlüpft. "Am Anfang war alles gut. Über Ostern war es schön warm. Aber dann kam der dramatische Kälteeinbruch und es wurde nass. In dem Zuge müssen vier der fünf Störchlein gestorben sein", sagt Schweizer.

Hat es Kämpfe mit einem dritten erwachsenen Storch gegeben?

Kurze Zeit später sei auch das fünfte Jungtier weg gewesen. Das Bürgerforum vermutet, dass es Kämpfe mit einem dritten erwachsenen Storch gegeben hat, der immer wieder an dem Nest gesichtet worden ist. "Das Problem hatten wir vor drei Jahren auch schon mal, dass ein dritter Storch den Brütenden das Nest streitig gemacht hat", berichtet Schweizer. "Wir vermuten, dass es wieder so war. Das ist natürlich schade. Es war in den vergangenen Jahren so ein Glück, die kleinen Störche beobachten zu können."

"Es gab wohl in mehreren Orten tote Jungtiere. Den genauen Überblick haben wir aber noch nicht. Zum Teil gab es einen Totalausfall." Gustav Bickel, Verein Weißstorch Breisgau
Das Storchenpaar in Mengen ist nicht das einzige, das seinen Nachwuchs nicht durchbringen konnte. In Kirchzarten sind ebenfalls alle fünf Jungen gestorben, in Freiburg-Ebnet alle vier. Auch in Ihringen soll es zwei tote Jungstörche geben.

"Es gab wohl in mehreren Orten tote Jungtiere. Den genauen Überblick haben wir aber noch nicht. Zum Teil gab es einen Totalausfall", sagt Gustav Bickel vom Verein Weißstorch Breisgau.

Wie viele Nester sind betroffen?

Totalausfall bedeutet, dass alle Jungen in einem Nest gestorben sind. Regen und Kälte können eine tödliche Kombination sein. Die kleinen Störche werden durchnässt, nachts wird es kalt, die Tiere können sterben. "Zum Glück ist es nicht so frostig wie vor zwei Jahren. Aber die Temperaturen sind trotzdem problematisch, wenn die Tiere so nass sind." Die Jungen seien zudem so groß, dass die Altstörche sie nicht mehr vor dem Regen schützen können. Hinzu komme, dass die Altstörche nasses Gefieder haben. Das wird zum Problem, da der Flaum an der Bauchseite dann die Jungen nicht mehr wärmen kann.

Wie viele weitere Nester in der Region betroffen sind, ist derzeit noch unklar. In den nächsten Tagen werde kontrolliert, so Bickel. Einige Nester werden mit einer Webcam gefilmt, hier ist das Nachsehen unproblematisch. Andernorts müssen Bickel und seine Mitstreiter mit dem Fernglas anrücken. "Jetzt scheint wieder die Sonne. Da strecken sie ihre Köpfe raus und sind gut zu sehen." Wenn sie überlebt haben.

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