Ministerium: Siemens lieferte Züge verzögert

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 23. Juni 2020

Efringen-Kirchen

Fahrplan gilt bis Ende Oktober.

(vl). Kritische Stimmen zum neuen Sommerfahrplan der Deutschen Bahn entlang der Rheintalschiene reißen nicht ab. Landtagsabgeordnete und Bürgermeister betroffener Gemeinden haben sich daher ans Landesverkehrsministerium gewandt. Das Ministerium hält in Antwortschreiben nun fest, dass Lücken im Fahrplan unter anderem deshalb entstanden seien, weil die Firma Siemens die neuen, nötigen Züge nicht rechtzeitig habe liefern können. Diese würden nun aber nach und nach zur Verfügung gestellt, der gegenwärtige Fahrplan gelte daher nur bis 31. Oktober.

In einem Schreiben von vergangener Woche räumt Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr, ein, dass er die Beschwerden der Pendler verstehe, "die Situation ist ärgerlich." Die Regionalbahnen verkehrten zwar nahezu im gleichen Umfang, erklärt Lahl, als Ersatz für die neuen, noch fehlenden Siemenszüge kämen allerdings die bekannten Lok-Wagen-Züge mit Doppelstockwagen zum Einsatz, die schlechter beschleunigten als die neuen Mireo-Triebzüge. Die Folge: Um auf der stark belasteten Rheintalbahn den Fahrplan dennoch einhalten zu können und andere Fernverkehrs- und Güterzüge nicht zu behindern, habe man für die Interimszeit die schlechtere Beschleunigung durch den Entfall von einzelnen Halten kompensieren müssen. Die Auswahl dieser Halte sei nach verkehrlichen, aber hauptsächlich betrieblichen Aspekten getroffen worden.

Das neue Betriebskonzept der DB Regio im Auftrag des Landes sehe aber, so das Ministerium weiter, zahlreiche Änderungen und Verbesserungen und rund 40 Prozent mehr Zugkilometer vor. Anfang November wolle man "zu der Qualität auf der Rheintalbahn zurückkehren, wie wir Sie bestellt haben," so Lahl.

Landtagsabgeordneter Josha Frey (Grüne) hält dazu in einer Pressemitteilung vom Montag noch fest, dass die Landesregierung ja im Grundsatz einen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit anstrebe. Diese werde allerdings erst mit dem durchgehend vielgleisigen Ausbau im Jahr 2025 möglich. Josha Frey will dennoch weiter an Verbesserungen arbeiten und kündigt an, den Amtschef des Verkehrsministeriums zu einem zeitnahen Vororttermin einzuladen.