Serie "Was wir glauben" (3)

"Mir hat etwas gefehlt"

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Sa, 20. August 2011

Deutschland

Glauben finden – kann man das nur als Kind? Johanna Wonneberger ist ohne Religion aufgewachsen und später auf die Suche gegangen.

ange Zeit hat Johanna Wonneberger nur vage gespürt, dass etwas fehlte in ihrem Leben. Dass es der Glaube war, realisierte die 27-jährige Betriebswirtin aus Leipzig in einem Moment, in dem sie große Angst verspürte. Mit Martina Philipp sprach Wonneberger über ihre Suche und ihr Gefühl des Ankommens.

LBZ: Frau Wonneberger, Ihre Eltern sind zu DDR-Zeiten aus der evangelischen Kirche ausgetreten, haben Sie und Ihre Geschwister ohne Glauben und Religion erzogen, und man könnte meinen: Es kann einem nichts fehlen, was man nicht kennt. Wann haben Sie gespürt, dass Sie etwas vermissen?
Wonneberger: Schon im Teenageralter entstand für mich die Gewissheit, es muss noch mehr geben im Leben. Mich haben Kirchen schon immer angezogen, ich habe unheimlich gern historische Romane gelesen, in denen es ja auch häufig um das Thema Glauben geht. Das hat mich fasziniert.

BZ: Hat Sie eine Sehnsucht geleitet oder eine Leere?
Wonneberger: Ich würde es als Leere bezeichnen. Mir hat immer etwas gefehlt, um alles erklären zu können – das Dasein, das Leben an sich.

BZ: Wie haben Sie sich auf die Suche begeben?
Wonneberger: Vor einigen Jahren habe ich mir eine Bibel gekauft. Näher damit beschäftigt habe ich mich nach einem Erlebnis vor fünf Jahren in einem Flugzeug bei heftigen Turbulenzen.

BZ: Das klingt nach einer Grenzerfahrung.
Wonneberger: Das war es, und dabei hatte ich sowieso schon Flugangst. Damals trug ich eine Kette mit einem Kreuz um den Hals, an die ich mich bei den Turbulenzen panisch geklammert und das Vater Unser gebetet habe, obwohl ich den Text gar nicht ganz kannte. Es war kurios, aber ich habe gemerkt, dass es mich unheimlich beruhigt hat. Von einer ...

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