Fussball

Mit diesem Geld ließe sich der Hunger stillen

Helmut Gattermann

Von Helmut Gattermann (Merzhausen)

Di, 20. Oktober 2020

Leserbriefe

Zu: "Die Not macht bescheiden", Leitartikel von René Kübler (Politik, 7. Oktober)
Ausführlich beschreibt René Kübler, wie europaweit der Transfer im Profifußball in Corona-Zeiten zurückgegangen ist. Eindrucksvoll die Zahlen, die er zum Beleg anführt: In der englischen Premier League nur noch 1,4 Milliarden Euro – statt 1,79 Milliarden Euro im Jahr 2019. Und wenn die Zahlen, die genannt werden, stimmen, waren es in den Clubs der Ersten Bundesliga 300 Millionen Euro statt 950 Millionen Euro im Vorjahr.

Nun mag ein Querverweis etwas abgeschmackt sein. Aber dieser Tage wird in den Medien viel über die Welthungerhilfe der Vereinten Nationen berichtet. Sie hat den Friedensnobelpreis erhalten. Selbst Wikipedia verweist darauf, dass 821 Millionen Menschen an Hunger leiden. Und von den 30 bis 40 Millionen Menschen, die jährlich laut Jean Ziegler an Hunger sterben, sind jährlich circa 3,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Die Corona-Pandemie vergrößert diese schrecklichen Zahlen, da sie die Armut als Ursache des weltweiten Hungers noch vergrößert.

Verwundert schaut man auf die Milliardenbeträge, die im Profifußball nur im Transfermarkt ausgegeben werden. Letztlich werden neue Spieler aufgekauft, um dem Wunsch der Fans nach Erfolgen gerecht zu werden. Die Einsicht und Vernunft, die Kübler für das Finanzgebaren der Proficlubs anspricht, wären auch auf andere Bereiche zu übertragen. Jedenfalls ließe sich mit einem Bruchteil des Geldes, das im Geschäftsbereich Fußball ausgegeben wird, locker der Hunger in der Welt beenden.Helmut Gattermann, Merzhausen