Geburtstag

Mit Tatkraft, Empathie und Humor für Wagenstadt: Rudolf Rombach wird 90

Ruth Seitz

Von Ruth Seitz

Do, 15. April 2021 um 07:00 Uhr

Herbolzheim

Vater, Ortsvorsteher, Feuerwehrkommandant, Vorsitzender der Winzergenossenschaft, Sänger... - Rudolf Rombach hat viel geleistet im Leben. Dass er schon 90 ist, sieht man ihm nicht an.

Rudolf Rombach aus Wagenstadt feiert heute seinen 90. Geburtstag und so recht kann das niemand glauben. Nach wie vor blicken seine Augen verschmitzt und munter in die Welt und wollen gar nicht so recht in das Gesicht eines 90-Jährigen passen. Mit dem ihm ganz eigenen Humor und Zufriedenheit blickt er auf sein reiches Leben zurück: Vater von fünf Kindern, 32 Jahre lang Ortsvorsteher von Wagenstadt, 16 Jahre lang Kommandant der Wagenstadter Feuerwehr, genauso lang Vorsitzender der Winzergenossenschaft, Gründungsmitglied der ZG Wagenstadt samt Raiffeisenlager, langjähriger Vorsitzender des MGV Wagenstadt und heute noch aktiver Sänger, Wegbegleiter bei der Gründung der Partnerschaft mit Sisteron ... Rudolf Rombach muss ordentlich nachdenken, wenn er alles aufzählen soll, was er in seinem Leben alles geleistet hat: Da wären noch der Bau des Feuerwehrgerätehauses, der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Wagenstadt vor 25 Jahren, viele Baugebiete, die er mit auf den Weg gebracht hat, der Bau des Raiffeisenmarktes, aus dem nun ein Dorftreff werden soll, die Renovierung der Halle, der Feldwegebau – und natürlich die Eingemeindung, die für viele kein einfacher Schritt war.

Noch fast jeden Tag im Ort unterwegs

"Es geht mir blendend", sagt Rudolf Rombach heute. Auch wenn das Gehen Probleme bereitet, ist er mit seinem Elektromobil fast jeden Tag noch im Ort unterwegs, schaut da nach dem Rechten, hält dort ein Schwätzchen. "Mit 85 dachte ich noch, ich könnte die Welt umreißen, jetzt geht es alles etwas langsamer", sagt er, doch das hält ihn nicht davon ab, noch immer alles genau zu verfolgen, was in und um Wagenstadt, in und um Herbolzheim und Kenzingen passiert.

Engagement, das für drei Leben gereicht hätte

Etwas ratlos macht ihn die Frage, wie er seine Familie, all seine vielen Aufgaben und seine vielen Ämter, die gut und gerne für drei Leben gereicht hätten, unter einen Hut gebracht hat. Er habe immer alles gerne gemacht und sei eigentlich Tag und Nacht beschäftigt gewesen. Sein Humor, seine amüsante Sicht auf die Welt, vor allen Dingen aber seine Empathie für seine Mitmenschen dürften ihm geholfen haben, das immense Pensum zu bewältigen.

"Hier ist der Kleine der Große"

Egal, ob bei Meinungsverschiedenheiten im Gemeinderat oder unterschiedlichen Auffassung in sonstigen Gremien – Rudolf Rombach war immer den Menschen zugetan, hat seine Meinung immer mit einem Augenzwinkern vertreten, ganz besonders, wenn es um Wagenstadt ging. Dabei hat er sich selber nie zu ernst genommen. Kurz nachdem er Ortsvorsteher wurde, bekam er Besuch vom damaligen Landrat, erinnert er sich. Der sah in Rombachs deutlich größerem Mitarbeiter den Ortsvorsteher, was Rudolf Rombach mit den Worten kommentierte: "Entschuldigung Herr Landrat, bei uns ist das anders. Hier ist der Kleine der Große."

Verantwortung auch im Vereinsleben und der Fasent

Zeit seines Lebens war er auch ein großer Förderer der Vereine am Ort, hat sich engagiert und Verantwortung übernommen. Ganz besonderen Spaß hatte und hat er an der Fastnacht und am "Pflüme Schnaps", die diesjährige Fasent der "Plümezunft" hat er selbstverständlich mit der Familie am Bildschirm verfolgt.

In der Landwirtschaft zuhause

So richtig zuhause hat sich Rudolf Rombach aber immer in der Landwirtschaft gefühlt. Nach dem frühen Tod des Vaters hat er mit Anfang 20 den elterlichen Betrieb übernommen und fortgeführt. Später hat er als Vorsitzender der Winzergenossenschaft und Mitbegründer der "Bleichtäler Winzergenossenschaft" für den Zusammenschluss der Winzer und eine effektivere Vermarktung gesorgt. Auch die Schnapsbrenner hat er zusammengeführt, die heute gemeinsam den "Original Wagenstadter Pflümeschnaps" vermarkten.

Kontaktpflege auch in die Partnerstadt Sisteron

Rudolf Rombachs Interesse an Menschen hat sich auch bei der Vorbereitung der Städtepartnerschaft mit Sisteron gezeigt. Schon beim ersten Besuch hat er Kontakt zu der dortigen Feuerwehr geknüpft, die damals spontan entstandenen Kontakte pflegt er bis heute. 14, 15 Mal sei er in Sisteron gewesen und dahin würde er gerne noch einmal fahren, sagt Rudolf Rombach.

Die positive Sicht auf die Dinge bewahrt

Corona mit all seinen Kontaktbeschränkungen hätten für den geselligen, munteren Rudolf Rombach ganz sicher nicht sein müssen. Er vermisst das Singen und seinen Stammtisch, aber auch diese Unbill des Lebens quittiert er mit einem Augenzwinkern. Sein Optimismus, sein Humor, seine positive Sicht auf die Dinge und die Welt – das hat ihm auch Corona nicht genommen. Wenngleich sich das Virus endlich vom Acker machen könne, sagt Rudolf Rombach.