Mit Wichtel Mooritz unterwegs

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Do, 29. August 2019

St. Blasien

20 Jungen und Mädchen nehmen am Junior Ranger Camp des Biosphärengebiets in St. Blasien teil.

ST. BLASIEN (sb). Spannend ist es in der Natur – 20 Kinder aus Gemeinden des Biosphärengebiets Schwarzwald haben sich deshalb für das Junior Ranger Camp angemeldet, das seit Dienstag in St. Blasien stattfindet. Dass aber gleich am zweiten Tag der Schlüssel für die Küche verschwindet, war schon ein starkes Stück. Für seine Aktion hatte Wichtel Mooritz aber einen wichtigen Grund: Thematischer Schwerpunkt des Camps, das in Kooperation mit der Freiburger Naturerlebnis-Agentur "Hauptsache draußen" organisiert wird, ist das Moor. Bis Freitag erleben die Kinder, wie und weshalb man es schützen sollte.

Schnell war den Kindern am Mittwochmorgen klar, dass der Wichtel sich keinen bösen Scherz mit der Gruppe erlaubt hat. Auf einer Schnitzeljagd, die sie von der Ziegelfeldhütte, ihrer Unterkunft, bis fast zum Klosterweiher führte, fanden die Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 13 Jahre verschiedene Hinweise, die sie schließlich zum Verstecke eines kleinen Tresors führten. Schnell fanden sie das Code-Wort, um ihn zu öffnen. Und die gesuchten Antworten waren für die Kinder nicht schwer: Um ein Moor zu schützen, soll man die Wege nicht verlassen, seinen Abfall mitnehmen, seltene Pflanzen und Tiere schonen. Ein Moor benötige Sonnenlicht, Wasser und einen speicherfähigen Boden.

Beim Camp gehe es nicht nur um die Freude, in der Natur zu sein, sondern auch darum, Bewusstsein für die Moore und den Naturschutz überhaupt zu schaffen, sagte Bernadette Ulsamer von der Geschäftsstelle des Biosphärengebietes in Schönau, die sich zusammen mit vier weiteren Betreuern um die Kindergruppe und das Programm kümmert. Spannend hatte das Camp am Dienstag begonnen: Am Abend, nachdem sich die Kinder kennengelernt hatten, unternahm die Gruppe eine Nachtwanderung. Dabei lauschten die Kinder auch, was sie im Dunkeln alles hören können.

Vor allem hätten sie viele Flugzeuge gehört, sagte ein Junge, der als einer von zehn Teilnehmern bereits einer der beiden Junior Ranger Gruppen des Biosphärengebietes angehört. Aber natürlich hörten sie zum Beispiel auch Grillen, Flügelschläge eines wahrscheinlich größeren Vogels, raschelnde Tiere. Und die Jungen und Mädchen schafften es auch, sich im Dunkeln zu orientieren.

Viel Spaß werden die Kinder noch bis zum Freitag rund um die Ziegelfeldhütte in St. Blasien haben, sie werden spielen, die Natur erleben – auch Wissen vermittelt bekommen und etwas für die Natur tun: Um Weißtannen wird sich die Gruppe zusammen mit Revierförster Wolfgang Steier und den Betreuern bei einem Pflegeeinsatz am Donnerstag kümmern. Ein Insektenhotel bauen, ein Hosentaschenmoor anlegen oder Insekten erforschen – all das können die Jungen und Mädchen dann am letzten Tag in drei Workshops tun.