Mit Zangen, Säcken und viel Spaß unterwegs

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Mo, 19. April 2021

Häusern

Der Schwarzwaldverein Häusern will junge Familien stärker einbinden/ Bei der Dorfputzete gelingt das auch, andere Aktionen konnten noch nicht stattfinden.

. Müll landet immer in der Landschaft – auch in diesen Zeiten. Und so unterbrach auch die Corona-Pandemie die Tradition der Dorfputzete, zu der Schwarzwaldverein und Gemeinde seit Jahrzehnten gemeinsam aufrufen, nicht. Coronaconform machten sich etwa 20 Erwachsenen sowie 20 Kinder und Jugendliche ans Werk. Es war die erste Aktion des Schwarzwaldvereins Häusern unter neuer Führung.

Mit einer neuen Mannschaft hat sich der Schwarzwaldverein Häusern im vergangenen Jahr neu aufgestellt, Ziel ist es unter anderem, junge Familien mit Kindern in den Blick zu nehmen. Die Corona-Pandemie stoppte aber zunächst alle Aktivitäten. Nun aber konnte die erste Aktion auf die Beine gestellt werden: Die Dorfputzete, die gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung seit Jahrzehnten organisiert wird.

Und das Konzept, junge Familien einzubinden, zeigte erste Erfolge: Neben rund 20 Erwachsenen waren ebensoviele Kinder und Jugendliche mit von der Partei, so viele, wie nie zuvor, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser. Es gab spontanen Beifall für die jungen Helfer. Man wolle die Kinder motivieren, achtsam zu sein, so Paul Kesser vom Führungstrio des Schwarzwaldvereins.

Und eine Mutter ergänzte, es sei wichtig, ein Vorbild zu sein. Als Gastgeberin sei ihr wichtig, den Ort für die Feriengäste sauber zu halten, sagte eine andere Helferin. Unterstützt wurde die Dorfputzete von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, die Müllgreifer und Eimer zur Verfügung gestellt hatte. Mit Müllbeuteln, Greifern und Eimern machten sich die Helfer auf den Weg, besonders die Kinder waren mit viel Eifer unterwegs und sammelten jeden noch so kleinen Müll auf.

Die elf und zwölf Jahre alten Mädchen Anna, Felicia und Pauline waren an der B 500 Richtung Schluchsee unterwegs. Ihnen sei es wichtig, etwas für die Umwelt zu tun, sagten sie, "es wird zu viel zu viel weggeworfen". Die drei Mädchen fanden unter anderem eine Autofelge, andere Helfer fanden Wahlplakate, Flaschen, Zigarettenkippen und -schachteln und vieles mehr. In vorangegangenen Jahren hatten die Freiwilligen auch Autobatterien, Autodachträger, Reifen und Windeln aufgestöbert. "Man findet alles", fasste Häuserns Bürgermeister Thomas Kaiser zusammen, insbesondere entlang der Bundesstraße.

Nach rund eineinhalb Stunden machte sich ein Mitarbeiter des Gemeindebauhofs an die Arbeit, die gefüllten Müllsäcke einzusammeln – der Ort war wieder sauber.