Mitlesen oder nicht?

dpa

Von dpa

So, 27. Dezember 2020

Liebe & Familie

Kinder mit Handychats nicht alleine lassen.

Im Minutentakt piept es, ständig leuchtet das Display des Smartphones auf: Das Kind scheint gefragt zu sein. 14 neue Nachrichten! Was da wohl alles drinsteht? Sollte man die als Elternteil nicht mal mitlesen? Neulich hieß es doch, dass es im Klassenchat Fälle von Mobbing gab...

Doch auch wenn Eltern sich Sorgen machen, sollte beim Handy wie bei einem Tagebuch gelten: "Niemals heimlich lesen. Wenn, dann immer nur gemeinsam und begleitend", rät Dana Mundt. Sie ist Sozialpädagogin bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Viele der gängigen Messenger-Apps haben zwar offiziell eine Altersbegrenzung – Whatsapp zum Beispiel schreibt für Nutzer aus der EU ein Mindestalter von 16 Jahren vor. Die Realität sieht allerdings vielfach anders aus: Gerade im Homeschooling und in Pandemiezeiten sind die Chats für viele Kinder ein gern genutztes Tool, um mit anderen in Kontakt zu bleiben.

Eltern sollten ihre Kinder in erster Linie damit nicht allein lassen. "Nicht nur Elfjährige kann ein Berg an Nachrichten schnell überfordern und unter Druck setzen", sagt Mundt.

Um mit diesem Druck gut umzugehen, sollten Eltern und Kinder gemeinsam besprechen, von wann bis wann sie täglich erreichbar sind, was in diese Chats gehört und was nicht – etwa keine Bilder oder sensible Informationen von der Familie. Eltern haben an dieser Stelle natürlich auch eine Vorbildfunktion.

Bei einem unguten Gefühl oder wenn sich das Kind anders verhält als sonst, sollten Eltern immer das Gespräch anbieten. So könnten sie ihrem Kind beispielsweise sagen: "Du kannst etwas verbocken, aber bitte sprich mit uns. Wir sind für Dich da und helfen Dir!".

Infos: bke-Onlineberatung für Eltern http://mehr.bz/bke