Mittelpunkt ist immer das Kind

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Mo, 20. Mai 2019

Lörrach

Das Kinderhaus "Guter Hirte" feierte seinen 150. Geburtstag / Bauliche Veränderungen sind notwendig.

LÖRRACH. Ein fröhliches und buntes Fest hat das Kinderhaus "Guter Hirte" am Samstag gefeiert. Die Kindertagesstätte wurde 1869 vom Fabrikanten Leon Baumgartner gegründet und hat sich über fünfzehn Jahrzehnte immer weiter entwickelt zu einem Ort der liebevollen Betreuung und Förderung. Deshalb scheint auch der Wunsch von Pfarrerin Gudrun Mauvais wegweisend: Sie wünschte der Einrichtung weitere 150 Jahre "bis zum biblischen Alter".

Der Tag der offenen Tür lockte die Kleinen mit vielen Aktionen und Spielen. Die Eltern mit Informationsbedürfnis konnten sich Einzelheiten im phantasievoll ausgestalteten Gebäude ansehen und einiges über die Geschichte nachlesen. 1972 wurde in Lörrach die erste Krippengruppe eröffnet. Das Haus war auch Vorreiter für die Ganztagsbetreuung, die für heutige Eltern eine wichtige Hilfe ist. Von 6.45 bis 17.15 Uhr stehen 30 Krippen- und 60 Kindergartenplätze zur Verfügung. 45 Mitarbeiterinnen (Männer sind selten) kümmern sich um die Kleinen, die aus 22 verschiedenen Nationalitäten stammen. Deshalb ist auch die vom Bund seit 2017 geförderte Stelle in der speziellen Sprach-Kita besonders wichtig. Daneben gib es eine Fachkraft für Inklusion, die sich besonders um fünf Inklusionskinder kümmert.

Das Kinderhaus an der Basler Straße mit wechselvoller Geschichte ist in die Jahre gekommen, aber die Verantwortlichen machen das allerbeste draus: In sechs Gruppen fühlen sich die Kinder "daheim" mit verlässlicher Betreuung und gemütlicher kindgerechter Einrichtung "ihrer" Wohngruppe. Die verwinkelten Räume haben einen besonderen Charme und in der individuellen bunten Ausgestaltung spiegelt sich auch der Geist des Hauses wider. Mittelpunkt ist das Kind mit seinen Bedürfnissen und Interessen. Seine kognitive Entwicklung wird gefördert. Christliche Erziehung ist auch dem Trägerverein wichtig, der mit 20 Mitgliedern gern mehr unterstützende und ideelle Hilfe für den ehrenamtlichen Vorstand hätte.

Sabine Lorenz als Vorsitzende sieht noch kein konkretes Datum für eine bauliche Veränderung. Geplant und ausgelotet ist längst mit Verantwortlichen der Stadt und der evangelischen Kirche, dass das alte Haus nicht mehr zeitgemäßen Ansprüchen genügt. Sicher entschieden scheint, dass eine Sanierung genauso teuer wie ein Neubau würde. Während das Hinterhaus mit Krippe, Küche und Verwaltung gut renoviert ist, müsste während eines Neubaus des Vorderhauses ein Ausweichquartier zur Verfügung stehen, ebenso müsste der große Garten bespielbar sein ohne Baumaschinen. "Alles ist noch vage" sagt Lorenz. Pfarrerin Mauvais (Matthäusgemeinde) gab ihren Segen. "Du bist ein Volltreffer" – bei diesem Lied taten die Kinder kraftvoll mit. Die Leiterin und Geschäftsführerin Andrea Göppert freute sich besonders über die große Resonanz in der Elternschaft.

Die profitiert auch vom Familienstützpunkt, bei dem es regelmäßig Elternbildungsveranstaltungen, Beratungen und Hilfen zur Stabilisierung der Familienstruktur gibt.