Miniatur-Nachbau

Modellbauer wollen Mini-Höllentalbahn für großes Publikum zugänglich machen

Simona Eftimova

Von Simona Eftimova

Mo, 15. April 2019 um 19:24 Uhr

Ehrenkirchen

Detailgenau stellt das Miniaturmodell von Dieter Bertelsmann die Höllentahlbahn nach. Jetzt wird die Modelleisenbahn modernisiert, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Das Höllental passt in eine 65 Quadratmeter große Scheune – dank Dieter Bertelsmann, der in Offnadingen an einem Eisenbahnmodell tüftelt. Die Arbeit von ihm und seinen Mitstreitern Tharsi Berling und Uli Weber soll bald einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Deshalb haben die Verantwortlichen eine Stiftung gegründet und suchen nach einem größeren Raum.

Baumstämme und Schilder werden detailgenau dargestellt

Wenn man die alte Holzscheune in Offnadingen betritt, in der sich Bertelsmanns Eisenbahnmodell befindet, sieht man zunächst nur eine lange Strecke mit Waldlandschaft und winzig kleinen Modellmenschen, die vor einem kleinen Bahnhof auf den Zug warten. Viele weitere Details fallen auf, wenn man genauer hinschaut: Autos aus den 30er Jahren, aufeinandergestapelte Baumstämme und Schilder mit den Namen einzelner Gebäude – alles sehr präzise und realistisch dargestellt.

Auf ein lautes "Hallo?" kommt die Antwort aus der Raummitte: "Ja, wir sind hier." Im Ring, den das Modell im Zentrum der Scheune bildet, arbeiten Dieter Bertelsmann, Tharsi Berling und Uli Weber. Sie sind an den verschlungenen Kabeln unter der Anlage zugange. Modellbauer Bertelsmann und seine Kollegen sind momentan dabei, Teile des automatischen Betriebs zu erneuern, die dem Alterungsprozess unterworfen sind.

"Wir wollen, dass es öffentlich vorzeigbar ist." Dieter Bertelsmann
Vor 17 Jahren hat Dieter Bertelsmann mit dem Bau seines Eisenbahnmodells begonnen, nun muss es modernisiert werden. "Wir wollen, dass es öffentlich vorzeigbar ist", sagt der pensionierte Unternehmer. Dafür müssen zunächst einige Elemente auf den neuesten Stand gebracht werden. Neben der Minimierung des Verkabelungsaufwands sollen auch Sound- und Lichteffekte eingeführt werden, um das Bahnerlebnis noch realistischer darstellen zu können. "Das würde sicherlich vor allem unsere kleinen Besucher begeistern", sagt Tharsi Berling, Geschäftsführer der vor einem Jahr gegründeten Stiftung, die die finanziellen Ressourcen bereitstellt, um die Anlage in einem guten Zustand zu halten. Bis zum jetzigen Zeitpunkt finanziere sich die Stiftung durch Spenden von Besuchern. Auf lange Sicht möchte man jedoch privaten Interessenten die Möglichkeit geben, die Modelleisenbahn gegen ein kleines Entgelt zu erleben.

Suche nach besseren Räumlichkeiten

Aufgrund des geringen Platzangebotes können Führungen mit maximal 30 Leuten in der alten Scheune stattfinden. Bessere Räumlichkeiten mit größeren Kapazitäten und gleichbleibenden klimatischen Bedingungen für die Holzelemente der Eisenbahn wären wünschenswert. Daher sind Dieter Bertelsmann und seine Kollegen in intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen des geplanten Freilichtmuseums, das in etwa drei Jahren auf dem Bahnhofsgelände in Schluchsee-Seebrugg entstehen soll. Der mögliche Umzug wäre jedoch frühestens in zwei Jahren zu realisieren.
Pläne für ein Freilichtmuseum in Schluchsee: Zeitreisen am Bahnhof Seebrugg

Doch bereits jetzt hat das Team um Dieter Bertelsmann schon viele neuen Ideen, beispielsweise Seminare zum Thema Fahrzeugpflege oder den Bau von Modellhäusern für Eisenbahnlandschaften.

Besuchertag am 10. August

Um in den Besuchern ein nostalgisches Gefühl zu wecken, ist auch ein "Fahren nach Fahrplan" angedacht, bei dem Interessierte die Züge angepasst an die historischen Fahrpläne eigenständig bedienen können.

Wer die Faszination Modelleisenbahn gerne selbst erleben möchte, hat die Möglichkeit, an einem Besuchertag, dem 10. August, die grundlegend erneuerte Anlage zu bestaunen. Laut Dieter Bertelsmann wird "jeder Besucher begeistert nach Hause gehen".

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