"Modellprojekt ist eine große Chance"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 20. November 2020

Bad Bellingen

Bad Bellingen will mit den 880 000 Euro Förderung des Bundeshaushaltes den Kursee umfassend sanieren und umgestalten.

(BZ). Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl hat sich in einer Pressemitteilung zur Förderung des Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für Bad Bellingen als "Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen" geäußert. Die Gemeinde soll dabei 880 000 Euro für ihr eingebrachtes Projekt "Sanierung Kursee" erhalten. "Der Kurparkweiher ist dringend sanierungsbedürftig", schreibt Vogelpohl. Schon seit Jahren machten sich Folgen des Klimawandels im Kurpark bemerkbar. Der Grundwasserspiegel sinke ab, die Wasserzufuhr zum Weiher werde immer geringer und der Baumbestand leide unter der Trockenheit. Die Teilnahme als Modellprojekt ermögliche, wichtige Schritte zur Klimaanpassung des Kurparks einzuleiten. Das Modernisierungsprogramm des Kurorts könne durch den hohen Bundeszuschuss und die Förderquote von 90 Prozent in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. "Was sich mit dem Budget von rund einer Million umsetzen lässt, muss sich zeigen", sagte Vogelpohl. Das Modellprojekt sei eine große Chance.

Ausgangssituation
Im Auszug aus dem Bewerbungskonzept der für die Modernisierung zuständigen "Faktorgruen"-Landschaftsarchitekten aus Freiburg heißt es zur Ausgangssituation Kursee: Der in die Jahre gekommene Kurpark zeige sich unbefriedigend, es fehle ein gesamtplanerisches Konzept. Zwar wurden in den vergangenen Jahren punktuell Gestaltungsmaßnahmen umgesetzt, jedoch funktioniere der Kurpark im Gesamtgefüge nicht als Einheit. Der Kursee als zentrales Element sei ein Überbleibsel des damals dort verlaufenden Altarms des Rheins. Die letzte Umgestaltungsphase in den 60er/70er Jahren sei in ihrer Formsprache nicht mehr zeitgemäß. Die Teichanlage stelle sich heute als ein stark belastetes Gewässer dar. Die Wasserqualität sei unbefriedigend. Darüber hinaus gebe es wegen undichter Stellen im See einen relativ hohen Wasserverlust. Die Erhaltung des Kursees sei nachhaltig nicht möglich und unwirtschaftlich.

Kursee-Sanierung
Das Konzept zu Sanierung des Kursees sieht im Zuge des Förderprogramms dauerhafte Grünanlagen vor, um die Aufenthaltsqualität im Kurpark zu erhöhen. Die ökologische Sanierung des Kursees stelle "Faktorgruen" zufolge ein hervorragendes Instrument dar, um den Kurort aufzuwerten und wettbewerbsfähig zu machen. Dafür sollen zunächst die Grundlagen ermittelt und der See hinsichtlich seines Nährstoffhaushalts, der Sedimentmenge und Gewässermorphologie analysiert werden. Daraus ergebe sich ein nachhaltiges Sanierungskonzept, an dessen Erstellung Fachplaner, Spezialisten aus dem Bereich der Hydrologie sowie wissenschaftliche Vertreter mitwirken werden. Daraus gewonnene Erkenntnisse, Gestaltungsambitionen und erforderliche Inhalte während der Planung und Umsetzung sollen schließlich in ein Gesamtkonzept einfließen.

Mögliches Gestaltungskonzept
Laut Pressemitteilung spiegelt ein erstes Konzept die Aufwertung des Kursees als Teil einer großräumlichen Wasserachse wider und soll so eine attraktive Eingangssituation in den Kurpark schaffen. Am Übergang aus der Ortsmitte in den Park soll ein Platz mit Quellbecken, Wasserlauf und Kaskaden bis zum Kursee gestaltet werden. Dadurch entstehe in Anlehnung an den ehemaligen Altarm des Rheins eine markante Wasserachse in den Park hinein. Weiter heißt es: Die Form des Kursees orientiere sich an der ursprünglichen Gestaltung, soll aber angepasst werden. Das Prinzip der Bastionen, die sich über den See schieben, werde beibehalten. Geplant sind auch kleine Stege sowie Sitzstufen am Wasser und Bänke mit unterschiedlichen Perspektiven über See und Park. Das Seeufer werde naturnah mit Flachwasserbereichen, Röhrichtsäumen und Uferstauden gestaltet, eine Fontäne im See diene als Blickfang und zur Sauerstoffanreicherung.

Die geplante Wasserachse soll über ein Wegenetz von Osten und Westen umarmt und mit Stichwegen miteinander verknüpft werden. Das Konzept sieht barrierefreie Hauptwege und Nebenwegen vor, die naturnah gebaut sind. Angrenzende Biotopstrukturen wie der westliche Feldgehölzsaum sollen erhalten werden. Bereits vorhandene Bauten wie das Malhäusle mit WC und der Kiosk westlich der Wasserachse werden durch das Wegenetz einbezogen.