Murger Fall vor Gericht

Mofa widerrechtlich an sich genommen?

Hilde Butz

Von Hilde Butz

Di, 26. März 2019 um 12:20 Uhr

Murg

Ein 33-Jähriger war angeklagt, weil er ein in Murg aufgefundenes Mofa widerrechtlich an sich genommen habe. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 400 Euro eingestellt.

Das Amtsgericht Bad Säckingen hat den Fall von Fundunterschlagung gegen die Zahlung der Geldbuße eingestellt.

Das Mofa habe er im Frühjahr 2018 in Murg hinter einem Straßenwall entdeckt, erklärte der 33 Jahre alte Angeklagte, dem vorgeworfen wurde, das aufgefundene Gefährt widerrechtlich behalten zu haben. Nachdem es nach einer Woche immer noch da gelegen habe, sei er davon ausgegangen, dass es jemand auf diese Weise entsorgt habe.

Die platten Reifen und die starke Verschmutzung hätten dafür gesprochen, dass es schon länger dort gelegen haben musste. So habe er es zum Ausschlachten mitgenommen, da er selbst einen Roller besessen habe. Als er aber in den Kleinanzeigen einen Interessenten für alte Mofas entdeckte, habe er beschlossen, es zu verkaufen; zumal er wegen eines Wohnungswechsels Ballast habe loswerden wollen.

Bevor es aber zur Veräußerung kam, sei die Polizei bei ihm aufgetaucht, was ihn sehr überrascht habe. Die Beamten wurden aktiv, weil der interessierte Mofakäufer sich äußerst korrekt und gewissenhaft verhielt. Da ihm der Verkäufer gesagt habe, dass er keine Papiere für das Zweirad habe, habe er sich die Fahrgestellnummer geben lassen, erzählte der Zeuge. Bei der amtlichen Überprüfung stellte sich heraus, dass es drei Jahre zuvor in der Schweiz gestohlen worden war. Der Werdegang vom Diebstahl bis zum Auffinden in Murg, blieb im Dunkeln.

Die Frage, die sich dem Gericht stellte, war, ob der Angeklagte gutgläubig gehandelt hat, als er das Mofa an sich nahm, weil er davon ausgehen konnte, dass der Besitzer sein Eigentum aufgegeben habe. So ganz gutgläubig dürfte er nicht gewesen sein, befand Richter Rupert Stork, denn als die Polizei bei ihm auftauchte, habe er sich geweigert, das Zweirad zu zeigen. Erst mit einem Durchsuchungsbeschluss war er bereit, die Abdeckplane zu lüften. Dennoch wurde das schuldhafte Verhalten des Mannes von allen Beteiligten als so gering eingestuft, so dass das Verfahren gegen Zahlung der Geldbuße eingestellt werden konnte.