Mofawettbewerb neu im Programm

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Do, 08. August 2019

Bad Bellingen

Der Motorsportclub Rebland veranstaltet am Wochenende in Hertingen erneut sein alljährliches Grasbahnrennen.

BAD BELLINGEN-HERTINGEN. Mofawettbewerb statt Flohmarkt – und dazu ein Samstag vollgepackt mit Renngeschehen. Der Motorsportclub Rebland – kurz MSC Rebland – hat sich für das diesjährige Grasbahnrennen auf dem 510 Meter langen Markgräfler Ring, dem weltweit einzigen mit Schräglage, wieder viel einfallen lassen. Und: Selbstverständlich werden wieder die Besten in Sachen Grasbahnrennsport am Start sein.

Wie immer aber haben die MSC-Verantwortlichen fürs Grasbahnrennwochenende ein Programm zusammengestellt, das über ein reines Motorsportevent hinausgeht. Eine große Baden-FM-Party mit freiem Eintritt am morgigen Freitagabend, 9. August, darf nicht fehlen, dazu der beliebte "Badische Sonntag" am 11. August mit Gottesdienst mit dem Gast aus Berlin, Diakon Horst Panzer, und dem Angebot von Markgräfler Spezialitäten, die im Festzelt serviert werden. Danach liegt der Fokus auf den Mofas.

Aber der Reihe nach: Diesmal heißt es am Samstag, 10. August, "Hertinger Speednight" statt der Mehrzahl "Speednights". Die nationalen und internationalen Rennen, bei denen die Fahrer Punkte für die nationalen und internationalen Meisterschaften sammeln, finden an einem Tag statt. Das Renngeschehen ist also verdichtet – damit kommt man den vielen, vielen Besuchern entgegen. "Wir haben gemerkt, dass sich unsere Fans ein kompakteres Renngeschehen wünschen, deshalb gehen wir von zwei Renntagen auf einen Renntag", so berichtet Ralf Willin, zweiter MSC-Vorsitzender zu den Überlegungen, die es im Vorstand mit dem Vorsitzenden Frank Fredrich und Rennleiter Manuel Koch gab.

Nicht nur für die Motorsportanhänger, sondern auch für die Helfer bringt dies Vorteile, denn ein durchgetakteter Plan ist so eher möglich. Dazu kommt, dass der Nachwuchs, die Endurofahrer aus dem Verein und aus dem Markgräflerland, nun auf noch mehr Aufmerksamkeit treffen werden. "Sie haben ein größeres Publikum, und das haben sie bei ihren Leistungen sowie ihre Sponsoren verdient", sagt Willin. "Unsere Fahrer aus den eigenen Reihen und aus dem Markgräflerland sind hier am Start. Dazu gehören Loris Dickau, Fabian Gerbig, Sven Kromer, Patrick Drescher und Alex Tröndlin", zählt Willin auf. Der Verein erhofft sich für die jungen Fahrer auf der Strecke ein großes Publikum.

Am Rennsamstag, bei dem nachmittags das Training auf der Grasbahn startet, sind Weltermeister und Europameister sowie Deutsche Meister am Start, und zwar in den Solo- und Seitenwagenklassen. Solo-Weltmeister Martin Smolinski aus Olching ist dabei, dazu die Grand-Prix-Konkurrenz mit Martin Malek (CZ) , Mathieu Tressarieu (F) und Andrew Appleton (GB). Max Dilger aus Lahr ist dazu ein vielversprechender Newcomer.

Bei der Seitenwagenentscheidung wird es besonderes zwischen William Matthijssen mit Beifahrerin Sandra Mollema, dem amtierenden Europameister, sowie Vize-Europameister Markus Brandhofer mit Beifahrer Tim Scheunemann zur Sache gehen. Der Deutsche Meister Markus Venus mit seinem Beifahrer Markus Heiß will ebenfalls ins Renngeschehen eingreifen. Dazu viele andere bekannte Fahrer, die um Punkte kämpfen. Die Entscheidungen werden bei Flutlicht ausgetragen. Auch dies ist seit Jahren eine Besonderheit in Hertingen, ebenso wie das große Feuerwerk zum Abschluss nach den Siegerehrungen.

Hinzu kommt nun das erste Markgräfler Mofatreffen. Die Anmeldung dazu läuft am morgigen Freitagabend, 18 Uhr. Das Mofatreffen samt Wettbewerb ist der Ersatz für den Flohmarkt, der bisher sonntags auf dem Festgelände stattfand und der laut Sonn- und Feiertagsgesetz nun durch eine Entscheidung des Landratsamtes nicht mehr stattfinden darf. Um den Sonntag aber attraktiv zu halten, dachten die Verantwortlichen des Vereins sich etwas aus – und zwar das Mofatreffen. Denn beim Grasbahnrennen 2018 wurde festgestellt, dass Mofafahren wieder höchst beliebt ist, da mehrere Mofabesitzer mit sehr schönen Exemplaren im Fahrerlager auftauchten und dann auch eine Spaßrunde auf dem Ring drehen durften.

"Wir hoffen, dass ganz viele von dem Mofawettbewerb hören oder in der Zeitung lesen, denn Mofafahren ist was für die Jugend und auch was für die Älteren", sagt Ralf Willin. Unter all den vorfahrenden Piaggios, Kreidlern, Motobecanes, Mobylettes und den Simsons, den Puchs, Zündapps und weiteren Exemplaren wird zum einen das schönste Mofa prämiert, und zum anderen darf auf dem Ring gefahren werden – nicht schnell, dafür aber gleichmäßig, das heißt mit vorgegebenen Durchschnittszeiten, wobei man sein Mofa gut kennen und ein geschickter Fahrer sein muss. "Am Sonntag um 13 Uhr ist der Start des Wettbewerbs", teilt Willin mit.

Der MSC greift mit dem Mofatreffen einen allgemeinen Trend auf: dem der Entschleunigung per Mofa. Denn überall in der Region werden alte Mofas, die oft in Garagen und Scheunen verstaubten, entrostet, zerlegt, gesäubert und lackiert. Gebrauchte Teile werden ersetzt und wieder zusammengebaut. Mittlerweile kurvt das eine oder andere echte Prachtexemplar auf den Straßen im Südwesten herum. Kaum jemand ist noch bereit, ein Mofa aus den Sechzigern, Siebzigern oder frühen Achtzigern zu verkaufen. "Alte Mofas sind fast nicht mehr unter 700 Euro zu bekommen. Oft kostet ein gutes, zuverlässiges mittlerweile weit über 1000 Euro", weiß Willin denn auch.

Anmeldung zum Mofawettbewerb am Freitag, 9. August, im Festzelt. Weitere Infos über das Grasbahnrennen 2019 im Internet unter http://www.msc-rebland-hertingen.de