Mordversuch mit Akkubohrer

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Di, 24. November 2020

Südwest

Dreieinhalb Jahre Haft für Frau.

Eine 44-jährige Frau wurde am Montag vom Offenburger Landgericht wegen versuchten Mordes an ihrem Partner zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Sie soll versucht haben, ihren elf Jahre älteren Lebensgefährten heimtückisch mit einem Akkubohrer zu ermorden. Dieser sei im April dieses Jahres auf der Couch eingeschlafen, als die Frau den Bohrer auf seiner Stirn ansetzte, dabei aber abrutschte und ihn am Oberschenkel verletzte.

Das milde Urteil gründete vor allem auf den vielen Qualen, die die Frau über Jahre hinweg durch ihren Lebensgefährten erlitten haben soll. Dies sei als mildernde Umstände zu werten, wie der Vorsitzende Richter Stephan Hofsäß beim Urteilsspruch angab. Er entsprach damit auch dem Plädoyer des Staatsanwalts. Der Verteidiger forderte Freispruch, da das Opfer nicht geschlafen, allenfalls gedämmert habe und das Mordmerkmal der Heimtücke somit nicht gegeben sei.

Die Frau war nicht einschlägig vorbestraft und zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert. Auch das wurde bei der Findung des Strafmaßes einbezogen.