MÜLLHEIM-NIEDEREILER

Gerichtet – ohne Gerichtsurteil

Gabriele Babeck-Reinsch

Von Gabriele Babeck-Reinsch

Di, 13. November 2012

Müllheim

Julian Garlewicz war ein polnischer Kriegsgefangener, der vor 70 Jahren in einem Steinbruch bei Niederweiler erhängt wurde. Die Aufarbeitung seiner Geschichte fällt bis heue schwer.

MÜLLHEIM-NIEDEREILER. Es wird keine offizielle Gedenkfeier geben, weil das Erinnern noch immer nicht leicht fällt an jene Tat, die am 13. November 1942 in Niederweiler begangen wurde – der Hinrichtung von Julian Garlewicz. Der junge Pole, als Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter ins Markgräflerland gekommen, hatte gegen die ihm vom nationalsozialistischen Regime auferlegten Regeln verstoßen. Deshalb ließ ihn die Gestapo ermorden. Er wurde im Steinbruch Richtung Lipburg gehenkt.

Eine Gedenktafel auf dem alten Niederweiler Friedhof erinnert an den jungen Polen. Sie wurde vor 20 Jahren zu seinem 50. Todestag angebracht. Damals, Anfang der 1990er Jahre, unternahmen mutige Menschen den Versuch, diese Geschichte aufzuklären. Ganz ist es nicht gelungen. Obwohl es noch Zeitzeugen gab und heute noch gibt, wollte und will niemand an dieser Vergangenheit rühren. Dieter Grether, zu jener Zeit Mitglied des Ortschaftsrats von Niederweiler und Stadtrat von Müllheim, hatte das Geschehen, von dem ihm sein Großvater berichtet hatte, nicht ruhen lassen. Noch heute erfüllt es ihn mit Bitterkeit, dass jene, die darum wissen, sich nicht äußern wollen.

Das mag in der Natur der Sache liegen, vielleicht aber auch daran, dass die Nachkommen der Familie endlich den Mantel des Schweigens darüber decken wollen. Sie wollten auch mit der BZ nicht darüber sprechen. Ortsvorsteher Michael Fischer aber überließ der BZ die zusammengetragenen Unterlagen, die doch etwas Licht in ...

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