Einbrüche

Mutmaßliche Bergwerk-Einbrecher in Münstertal von Polizei geschnappt

Max Schuler

Von Max Schuler

Fr, 11. September 2020 um 11:45 Uhr

Münstertal

Zwei Jugendliche sollen es gewesen sein, die in das Besucherbergwerk Teufelsgrund und in einen benachbarten Stollen in Münstertal eingebrochen sind. Erwischt hat sie die Polizei bei einem dritten Einbruch.

Die Polizei hat Licht ins Dunkel gebracht: Ein 15-Jähriger und 16-Jähriger mit deutscher Staatsbürgerschaft aus dem Markgräflerland sollen es gewesen sein, die im Juli die Einbrüche im Bergwerk Teufelsgrund und im benachbarten Wilhelmsstollen im Münstertal verübt haben. Das teilte Polizeisprecherin Laura Riske auf BZ-Anfrage mit.

Nachts durch das Dachfenster in die Schule abgeseilt

Festgenommen wurden sie allerdings bei einem Einbruch in der Münstertäler Grund- und Hauptschule. In der Nacht vom 24. auf den 25.August stiegen die beiden laut Polizei mit Taschenlampen in die Abt-Columban-Schule ein. Dafür hatten sich die beiden durch ein Dachfenster in die Aula abgeseilt, wie im Polizeibericht nachzulesen ist. Die Polizisten ertappten die Jugendlichen auf frischer Tat, als sie gerade dabei waren, die Hardware aus mehreren Computern auszubauen. Teile der Beute seien bereits verpackt gewesen und zum Abtransport bereit gelegen.

Verräterische Bilder auf dem Smartphone

Die Polizisten sahen sich die Smartphones der jugendlichen Einbrecher genauer an, wie Riske mitteilte. Dabei fielen den Ermittlern Fotos vom Münstertäler Bergwerk auf – darunter waren auch zwei als gestohlen gemeldete Grubenlampen. Bei einer Durchsuchung der Wohnungen der beiden konnten diese Lampen zusammen mit geklauten Mineralien sichergestellt werden. "Sie haben die Einbrüche auch bereits gestanden", sagt Riske. Die zwei Jugendlichen müssen sich jetzt wegen mehrfachen Einbruchs verantworten. Alleine beim Besucherbergwerk entstand ein Schaden in Höhe von 3000 bis 5000 Euro, wie der Betreiber schätzte.

Verdacht des Denkmalpflegers hat sich nicht bestätigt

Der ehrenamtliche Beauftragte der Denkmalpflege für das Münstertal, Markus Herbener, zeigte sich glücklich darüber, dass die Einbrecher gefasst werden konnten. "Es ist eine großartige Leistung, welche die Polizisten unter hohem Zeitaufwand geleistet haben. Es zeigt umso mehr, wie wichtig die Arbeit der Polizei im ländlichen Raum ist", sagte er.

Herbeners Anfangsverdacht hat sich damit allerdings nicht bestätigt. Er vermutete hinter dem Bergwerkseinbruch eine Drohung von Raubgräbern, die ihr Unwesen im Münstertal treiben. So fahndete die Polizei auch zunächst nach einer Gruppen von Männern im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die im Münstertäler Wald zuvor nach Mineralien gegraben hatten.
Raubgräberei

Im südlichen Schwarzwald gibt es hunderte alte Bergbaurelikte, Stollen, Schächte und Bergbauhalden. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sieht die Raubgräberei als Problem. "Nicht nur Einbrüche durch das Aufbrechen von massiven Türen und Gittern an Stolleneingängen werden beklagt. Häufig wird der Waldboden großflächig umgegraben und Gehölz gerodet", teilt der zuständige Pressesprecher Matthias Henrich vom Regierungspräsidium Freiburg mit. Im Besucherbergwerk Teufelsgrund in Münstertal seien "erhebliche Schäden" entstanden. Der Münstertäler Pächter schätzt diese auf 3000 bis 5000 Euro. Prinzipiell erlaubt ist nur das Sammeln von Handstücken. Das setze aber ein Betretungsrecht für das Grundstück voraus oder den freien Zugang über die Natur. "Die Mineralien des alten Gangerzbergbaus im Schwarzwald sind wegen ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit begehrte Sammlerobjekte", so Henrich.

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