Randale

Nach Stuttgarter Krawallnacht sind mittlerweile 13 Verdächtige in Haft

dpa

Von dpa

Di, 30. Juni 2020 um 17:31 Uhr

Südwest

Gegen 37 Menschen wird ermittelt, 13 Verdächtige sind im Gefängnis: Die Krawallnacht von Stuttgart zieht weiter Kreise. Innenminister Strobl prüft derweil mehr Polizisten mit Schlagstöcken auszustatten.

Eineinhalb Wochen nach den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt sitzen mittlerweile 13 mutmaßliche Krawallmacher im Gefängnis. Das teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstagnachmittag mit.

Die Polizei habe fünf weitere Verdächtige im Alter zwischen 17 Jahren und 19 Jahren identifiziert, die an der Randale beteiligt gewesen sein sollen. Damit steigt die Zahl der Tatverdächtigen auf 37 Personen.

Die Ermittlungsgruppe zähle inzwischen bis zu 117 Polizisten. Bei verstärkten Polizeikontrollen in der Innenstadt am vergangenen Wochenende sprachen die Beamten 84 Platzverweise aus und leiteten 16 Straf- sowie fünf Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Keine Hinweise auf eine geplante Aktion

Bislang lägen keine Erkenntnisse vor, dass die Ausschreitungen eine geplante, vorbereitete Aktion der linksextremistischen Szene gewesen sind. "Es spricht freilich vieles dafür, dass sich – nachdem die Krawalle losgebrochen sind – auch Personen aus dem linken Spektrum beteiligt haben. Die Ermittlungen hierzu dauern aktuell an", sagte Strobl.

Strobl erwägt nun, mehr Polizisten im Land mit Schlagstöcken auszustatten: "Derzeit wird intensiv und umfassend geprüft, inwieweit eine Ausweitung des Mehrzweckeinsatzstocks, wie er bereits bei den Beweis- und Festnahmeeinheiten des Polizeipräsidiums Einsatz in Gebrauch ist, hierbei eine sinnvolle Ergänzung der bereits zur Verfügung stehenden Einsatzmittel sein kann."

Kretschmann will mehr Infos über Teilnehmer der Krawallnacht

Um Konsequenzen zu ziehen aus den gewaltsamen Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt, braucht es aus Sicht von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein genaueres Bild von den Teilnehmern der Chaos-Nacht. Mit der Information, wie viele der Beteiligten einen Migrationshintergrund haben, könne man erstmal nicht viel anfangen, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Mit solchen diffusen Begriffen sei nichts gewonnen. Es brauche präzisere Auskünfte. "Wenn das bestimmte Milieus sind, die jetzt aus Migranten-Communitys oder so kommen – das sind wichtige Dinge, mit denen kann man dann was anfangen."

Um künftig gezielter agieren zu können, brauche es gutes Faktenwissen. Das liege ihm bisher nicht vor. Er habe Innenminister Thomas Strobl (CDU) um einen dezidierten Bericht bis spätestens nach der Sommerpause gebeten. Dann könne man qualifiziert urteilen. "Alles andere ist nur eine Animation zur Spekulation."