Rheinfelden / Foggia

In diesem italienischen Slum landen Flüchtlinge nach ihrer Rückführung

Julius Müller-Meiningen und Annemarie Rösch

Von Julius Müller-Meiningen & Annemarie Rösch

So, 21. Juli 2019 um 10:16 Uhr

Ausland

BZ-Plus Eine nigerianische Familie aus Rheinfelden fürchtet eine Rückführung nach Italien, wo Geflüchtete in Behausungen ohne Wasser und Toilette leben müssen. Unser Korrespondent hat sich in einem solchen Lager umgesehen.

Die kleine Christiana schaut grummelig. Das fünf Monate alte Baby ist gerade aufgewacht. Ihre Mutter Deborah Francis (21) nimmt es auf den Arm, setzt sich zu ihrem Mann Osa (28) vor die Tür ihrer kleinen Einzimmerwohnung in der Flüchtlingsunterkunft in Rheinfelden. Das Ehebett und der Kühlschrank füllen das Zimmer fast aus. "Als die Kleine geboren wurde, war das der glücklichste Moment in meinem Leben", sagt Osa. Im Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach brachte seine Frau das Kind zur Welt. "Hier in Deutschland ist alles so sauber. Jetzt haben wir aber große Angst, dass wir wieder nach Italien zurückgebracht werden", sagt sie.

"Hier in Deutschland ist alles so sauber. Jetzt haben wir aber große Angst, dass wir wieder nach Italien zurückgebracht werden." Deborah Francis Schon einmal, als Deborah schwanger war, führten die deutschen Behörden die beiden Nigerianer nach Italien zurück, das gemäß der EU-Dublin-Richtlinie für sie zuständig ist: Von Libyen waren sie übers Mittelmeer nach Italien gekommen. Das Paar landete nach seiner Rückführung aus Deutschland in Apulien in einem Slum, obwohl Flüchtlingshelferin Christine Ableidinger-Günther per Telefon in Italien nach einer Unterkunft in einem Heim gesucht hatte. "Es war schrecklich", sagt Deborah. Fließendes Wasser gab es nicht. Auch keine Ärzte. "Ich dachte immer, hier kannst du kein Kind bekommen." Sie kehrten nach Deutschland zurück.

Richter stellen fest, dass Italien zuständig ist
Das Verwaltungsgericht Freiburg hat nun erneut festgestellt, dass Italien zuständig ist für das Paar. Es hat nur eine Duldung und kann jederzeit zurückgeführt werden. Dass ein Baby da ist, spielt aus Sicht des Gerichts keine Rolle. Im Beschluss heißt es: "Vielmehr bleiben die ...

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