Nur nicht zurück

Seit Monaten protestieren Asylbewerber in Würzburg

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

Di, 10. Juli 2012

Deutschland

Seit Monaten protestieren Asylbewerber in der Würzburger Innenstadt / Ihre Mittel werden immer drastischer.

Der Polizeiwagen steht immer da, Tag und Nacht, nur 20 Meter von dem kleinen Zelt in der Würzburger Innenstadt entfernt. Ab und zu kommt ein Beamter vorbei und fragt, ob alles in Ordnung ist. In Ordnung? Für Mohammad Kalali klingt diese ernstgemeinte Frage manchmal wie Hohn. "Ich warte schon so lange auf das Papier, das über mein Leben entscheidet", sagt der iranische Asylbewerber (33) in gebrochenem Deutsch. "Wir wollen eine Antwort, aber sie kommt nicht." Werden die Männer in Deutschland anerkannt – oder müssen sie zurück in ihre Heimat?

Weil sich die Asylverfahren über Monate und Jahre hinziehen und weil sie mit ihrer Behandlung in Bayern nicht einverstanden sind, haben sich iranische Flüchtlinge Mitte März zu einer sehr unüblichen Form des Protestes entschlossen: Sie campieren in Würzburg auf zentralen Plätzen, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, mittlerweile seit 112 Tagen. Doch nicht nur das. Es folgten Hungerstreik, Trinkstreik, sie haben sich die Münder zugenäht. Die Aktionen der Iraner im Freistaat sind auch eine Geschichte von wachsender Verzweiflung, von Radikalisierung ...

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