Zeitgeschichte

Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann - ein Leben für die Fahnenflucht

Eckhard Stengel

Von Eckhard Stengel

Mo, 23. Juni 2014

Deutschland

Wie der Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann erst dem Alkohol verfiel und dann die Würde seiner Kameraden rettete .

"Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben." Wenn es nach Adolf Hitler und seinen Vollstreckern gegangen wäre, dann hätte Ludwig Baumann gerade mal 20 Jahre zu leben gehabt. Der junge Maurer musste bei der deutschen Hafenkompanie im besetzten Bordeaux dienen. Es war der 3. Juni 1942, als Baumann gemeinsam mit einem Kameraden etwas tat, mit dem er sein Leben aufs Spiel setzte: Kurz vor Mitternacht wagte er es, sich Hitlers Angriffskrieg zu entziehen. Auf seiner Fahnenflucht wurde er geschnappt, und NS-Militärrichter verurteilten ihn zum Tode – wie auch 30 000 andere Deserteure, "Wehrkraftzersetzer" oder "Kriegsverräter".

Sein Vater, ein Hamburger Tabakgroßhändler, hatte gute Beziehungen und schaffte es, dass die Todesstrafe in zwölf Jahre Zuchthaus umgewandelt wurde. Doch Baumann erfuhr acht Monate lang nichts von der "Begnadigung", sondern musste weiter in der Todeszelle schmoren. Kleine Gemeinheiten des Regimes. Jeden Morgen, wenn er die Schritte der Wärter hörte, dachte ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ