Katholische Kirche

"Wenig Empathie für die Opfer"

Sebastian Kaiser

Von Sebastian Kaiser

Fr, 25. April 2014

Deutschland

BZ-Interview mit Betroffenen-Vertreter Matthias Katsch über den neuen Versuch, Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche wissenschaftlich aufzuarbeiten.

FREIBURG. Die katholische Kirche wagt erneut den Versuch, Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche wissenschaftlich aufzuarbeiten. Sebastian Kaiser sprach mit Matthias Katsch, Sprecher der Betroffenen-Initiative Eckiger Tisch, über die neue Studie, Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und die Entschädigung von Opfern.

BZ: Herr Katsch, wie erfolgversprechend ist der nunmehr zweite Versuch der katholischen Kirche, die Missbrauchsfälle in ihren Reihen wissenschaftlich aufzuarbeiten?

Katsch: Ich versuche, das alles differenziert zu sehen. Auf der einen Seite ist es gut, dass die Kirche diesen Versuch unternimmt und nach dem ersten Rückschlag nun einen weiteren Versuch wagt. Andererseits glaube ich, dass die Art und Weise, wie man das vorbereitet hat, Kritik verdient. Um es klar zu sagen: Die Kirche hat sich ein Jahr lang ins stille Kämmerlein zurückgezogen und die Betroffenen wieder einmal nicht miteinbezogen. Sie hat zwar angekündigt, dass dieses Forschungsvorhaben in der Zukunft eine Art Beirat begleiten soll. Aber man hätte von vornherein bei der Konzeption auf die Erfahrung derjenigen zurückgreifen sollen, die seit vier Jahren versuchen, mit der Kirche über das Thema Missbrauch zu sprechen und sich Gehör zu verschaffen.

BZ: Teilen Sie die Skepsis mancher Kritiker, dass ein von der Kirche finanziertes Projekt ungeeignet dafür ist, kircheninterne Verfehlungen aufzuklären?

Katsch: Natürlich. Zur Aufarbeitung gehört ja auch die Akzeptanz der ...

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